Das BAP-Heimspiel zum 50. Jubiläum war eine einzige Party. Die Fans feierten den Querschnitt durch die Geschichte der Kölschrock-Band.
Jubiläum vor 45.000 FansBAP feiert Gänsehaut-Geburtstag im Rhein-Energie-Stadion
Er stand da und war einfach nur noch baff. „Hömma, das ist ja unfassbar. Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus“, sagte Wolfgang Niedecken (75), als er in das rappelvolle Stadion in Müngersdorf blickte, wo es ab dem ersten Ton kein Halten mehr gab.
Die 45.000 Fans zelebrierten den 50. Geburtstag von BAP von Beginn an voller Leidenschaft. „Ich hab’ nicht damit gerechnet, dass das funktioniert“, sagte der Frontmann. Das FC-Wohnzimmer war tatsächlich komplett ausverkauft und bis in die letzte Reihe voller Energie und Euphorie.
BAP: 45.000 Fans feierten Konzert im Rhein-Energie-Stadion
„Am Ende sollen die Leute nach diesem Abend sagen: Ich war dabei. Diese Größenordnung spielen wir sonst nicht. Aber jetzt haben wir uns das mal erlaubt. Das war eine gute Entscheidung“, hatte Niedecken noch vor dem Konzert gesagt.
Bei sieben Warm-up-Shows hatte der Kölschrocker das Programm mit seiner Band einstudiert. Am Ende präsentierte er ein über dreistündiges Konzert mit 31 Songs aus der 50-jährigen Karriere.
„Das ist Heimspiel, Familientreffen und Konzert in einem. Ich möchte, dass das Gefühl entsteht, als ob die Menschen bei mir im Garten sind und ich denen etwas erzähle und vorspiele“, war sein Motto. Der Garten fiel schließlich etwas größer aus. Dort, wo Niedecken so oft mit dem 1. FC Köln leidet, durfte nun er den Ton angeben.

Wolfgang Niedecken war begeistert von der Stimmung, die die Fans im Kölner Stadion erzeugten.
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Bei „Nix wie bessher“ leuchtete eine Hans-Schäfer-Autogrammkarte auf den Leinwänden auf. Direkt vor der Hans-Schäfer-Südkurve durfte natürlich auch nicht das Zeltinger-Stück „Müngersdorfer Stadion“ fehlen. Multiinstrumentalistin Anne de Wolff reckte stolz den FC-Schal in die Höhe.
„Aff un zo“, „Waschsalon“, „Ne schöne Jrooß“ – die Menge sang beseelt die Hits mit und erlebte noch einmal den Soundtrack fürs Leben. „Die BAP-Spezialisten kennen ohnehin alles. Aber auch bei denen, die nicht jedes Album haben, dürfte die Trefferquote der Songs, die sie kennen, bei mindestens 80 Prozent liegen“, sagte Niedecken.

45.000 Fans feierten das BAP-Konzert in Müngersdorf.
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Mit „Widderlich“ bewies er, dass er bereits vor 33 Jahren den passenden Titel für Politiker wie Trump, Putin oder Erdoğan geschrieben hat. „Kristallnaach“ gab es auf Hochdeutsch. Die Botschaft soll schließlich jeder verstehen. Gänsehaut gab’s inklusive.
Mit „Ruhe vor’m Sturm“ und der 1992er-Hymne „Arsch huh, Zäng ussenander“ folgten noch zwei passende Songs zur politischen Großwetterlage. „Die AfD ist genauso wenig eine Alternative für Deutschland wie die DDR demokratisch war“, sagte der BAP-Kopf und erntete viel Applaus.

Wolfgang Niedecken erhielt gleich mehrere Sold-out-Awards. Lutz Wingerath, Geschäftsführer der Kölner Sportstätten, überreichte eine Mini-Ausgabe des Stadions. Von David Keller (l.) und Matthias Baumann von Semmel Concerts gab es auch eine Auszeichnung.
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Niedecken enttäuschte die Menschen einmal mehr nicht. Mit weit geöffnetem Hemd hatte auch er sichtlich Spaß an diesem Geburtstagsfest. Die BAP-Musiker Ulrich Rode an der Gitarre, Michael Nass am Keyboard und Sönke Reich am Schlagzeug trieben die Titel exzellent von Höhepunkt zu Höhepunkt.
Bei „Helfe kann dir keiner“ sangen Zehntausende begeistert mit. „Paar Daach fröher“ widmete Niedecken seinem Schutzengel, seiner Frau Tina. Danach folgte eine Hymne für die Mutter seiner Söhne, Ex-Frau Carmen: „Do kanns zaubere“.

Auch vor dem Jubiläumskonzert wurde natürlich wieder eine Huldigung zelebriert.
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Bei „Verdamp lang her“ zündete ein Fan sogar eine bengalische Fackel vor lauter Euphorie. Vom Publikum gab’s minutenlange Ovationen für den Mega-Hit. Sieben Zugaben rundeten den wunderbar sommerlich-mitreißenden Abend ab.
„Vom Chlodwigeck bis hierhin war es ein weiter Weg“, sagte Niedecken glücklich. „Es gab Weggabelungen, Auffahrunfälle, Pannen.“ Der passende Titel: „Et Levve ess en Autobahn.“ Auch Bruce Springsteen wurde mit „Hungry Heart“ gewürdigt, weil dieser dem historisch korruptesten Präsidenten tapfer die Stirn bietet.

Voller Spielfreude zelebrierte Wolfgang Niedecken mit seiner Band das Jubiläum im Stadion in Müngersdorf.
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Das Publikum durfte traditionell „Wellenreiter“ singen. Und passend aus der Südkurve sang der eingefleischte FC-Fan auch „FC, jeff Jas“. Den großartigen Schlusspunkt setzte schließlich „Jraaduss“ mit einem Lichtermeer. „Et wohr schön, et wohr joot, ahm Engk e’ bessje ze koot“ – diesen Vorwurf musste sich Niedecken nicht machen lassen.
Als die Band schon die Bühne verlassen hatte, sangen noch alle zusammen das „Veedel“ der Bläck Fööss. Kölscher und bewegender hätte dieser Abend nicht enden können.
Auch wenn BAP ein XXL-Konzert hinlegte, fielen jedem Fan nachher noch etliche Lieder ein, die auch noch gut ins Programm gepasst hätten. Am 1. August zeigt der WDR von 20.15 bis 22.15 Uhr eine 120-minütige Zusammenfassung des großen Jubiläumskonzerts.