Abo

BeisetzungAbschied von Manfred Sarrazin

1 min

Abschied von Manfred Sarrazin.

Köln – Es passiert nicht oft, dass man beim Lesen einer Todesanzeige schmunzelt. Aber selbst dafür hat Manfred Sarrazin sozusagen präposthum gesorgt. Folglich steht kein Zitat von Kant oder Saint-Exupéry über seinem Abschied, sondern ein Vorsatz, wie ihn nur dieser Buchhändler formulieren konnte: „Auf meinem metaphysischen Campingplatz werde ich das gleiche machen wie im Alibi. Auf einem bequemen Sofa sitzen und gute Krimis lesen.“

Stets ohne Vorbehalte

Neben seiner Frau Barbara und seinen Geschwistern Beate, Anselm und Thilo Sarrazin nahmen auch zahlreiche Freunde wie der Drehbuchautor und Regisseur Peter Henning von dem Ausnahmebuchhändler Abschied. Sarrazin war nach seiner Krebsdiagnose im vergangenen Sommer und einem halbjährigen Hospizaufenthalt am vergangenen Sonntag friedlich eingeschlafen.

In seiner bewegenden Rede würdigte Schauspieler und Moderator Thomas Hackenberg den Mordsberater, dem „eine unendliche Freundlichkeit aus den Augen leuchtete“. Thilo Sarrazin sagte über seinen sechs Jahre jüngeren Bruder, er sei in vielerlei Hinsicht ein Künstler gewesen und jemand, der anderen Menschen stets ohne Vorbehalte und Reserviertheit entgegengetreten sei.