Abo

Bürger klagen über Lastwagenchaos

4 min

Brück/Neubrück – Politiker suchen nach Lösungen für geparkte und rangierende Transporter in Brück und Neubrück

Schon seit zwei Jahren beschäftigen sich die Politiker der Bezirksvertretung im Stadtbezirk Kalk mit dem Problem von illegal geparkten Lastwagen, Kleinlastern, Wohnmobilen und gar Sattelschleppern mit mehr als 40 Tonnen-Gesamtgewicht. Da bisherige Anfragen, Anregungen und Verbesserungsvorschläge von der Verwaltung nicht oder nur zögerlich und unbefriedigend bearbeitet oder beantwortet wurden, stand das Thema nun erneut auf der Tagesordnung. Und das wurde dann auch recht kontrovers diskutiert. Denn während SPD und CDU das Parken teils legalisieren wollen, möchten Grüne und Linke die LKW komplett aus diesem Straßenbereich verbannen.

Dabei ist man sich in Darstellung und Einschätzung der aktuellen Situation durchaus einig. Schon seit einigen Jahren gibt es von den Anwohnern in Brück und Neubrück immer wieder Beschwerden über dort geparkte Lastwagen und Kleintransporter. Zuletzt konzentrierten sich die Klagen der Bürger auf den Rather Kirchweg, wo nicht nur entlang des Straßenrandes, sondern auch auf dem Grünstreifen zur ehemaligen Madaus-Baumschule hin – diese Grünflächen befinden sich im Besitz der Stadt –geparkt werde.

Hierdurch komme es auch zu massiven Sichtbehinderungen beispielsweise für die Radfahrer, die vom Radweg am Neubrücker Ring auf den Rather Kirchweg abbiegen wollen. Nach Ansicht der Bezirksvertreter stelle das Rangieren dieser großen Fahrzeuge darüber hinaus eine Gefahr für die Fuß- und Radfahrer in dem gesamten Bereich dar.

Doch während die Verwaltung angeblich im Rahmen einer Ortsbesichtigung „keine ordnungswidrig abgestellten Fahrzeuge festgestellt“ hatte, da zu dem Zeitpunkt die Lastwagen alle ordnungsgemäß am rechten Fahrbahnrand des Rather Kirchweges geparkt waren, an dessen Seite auch kein Gehweg vorhanden ist, wollen sich die Bezirksvertreter mit diesen Aussagen nicht zufrieden geben. „Leider entsprechen die dort angegebenen Behauptungen und Schlussfolgerungen der Verwaltung nicht den von verschiedenen Akteuren wie dem Bürgerverein Neubrück und örtlichen Mandatsträgern tatsächlich vor Ort festgestellten Erkenntnissen und der Gefahrenlage“, heißt es in einem gemeinsamen Antrag von SPD und CDU.

Beide Parteien verweisen zudem darauf, dass diese Strecke von vielen Kindern und Jugendlichen für den Weg zur Schule oder hin zu den Sportanlagen am Pohlstadtsweg genutzt werde und dass gerade bei größeren abgestellten Sattelzügen die kreuzenden Radfahrer oft keinerlei Sicht mehr auf den Verkehr auf dem Rather Kirchweg haben. Auch treffe die Aussage der Verwaltung nicht zu, dass die LKW ordnungsgemäß in Fahrtrichtung abgestellt werden, sondern es komme, so heißt es, regelmäßig im Bereich Rather Kirchweg/Pohlstadtsweg zu unnötigen Gefährdungen durch umfangreiche Rangiermanöver im unmittelbaren Eingangsbereich der dortigen Flüchtlingsunterkunft und der Zuwegungen zu den Sportplätzen.

Um die Situation zu entschärfen, hatten die Fraktionsvorsitzenden Markus Klein (SPD) und Jürgen Schuiszill (CDU) vorgeschlagen, die sich im städtischen Besitz befindliche unbefestigte Grünfläche am rechten Fahrbahnrand des Rather Kirchwegs hin zur ehemaligen Baumschule zu befestigen, um dort den Lkw das Parken zu ermöglichen – allerdings ausschließlich in Fahrtrichtung. Darauf sollten Schilder und Markierungen hinweisen. Mit diesem Vorschlag setzt man sich mehrheitlich auch gegen die Grünen und Linken durch, die dort das Parken von Lastwagen ganz unterbinden und die städtische Grünfläche neu bepflanzen und gegen Befahren absichern wollten.

„Wir haben die Anwohner so verstanden, dass die LKW stören und in ein er Grünfläche stehen“, sagte Heinz Peter Fischer von den Linken. „Während SPD und CDU eine Grünfläche in einen Parkplatz umwandeln und weiter versiegeln wollen, ist unser Vorschlag ökologisch, sozial und sinnvoll.“ Dennoch entschied sich die Mehrheit der Bezirksvertreter anders. Einig waren sich die Fraktionen dann wieder darin, dass die Kreuzung des Fuß- und Radwegs beispielsweise durch Fahrbahnmarkierungen, sichtbar und sicherer gemacht werden soll.

Auch für die großen Sattelzüge soll das Parken in dem Bereich jedoch grundsätzlich untersagt werden. Für diese hatten die Bezirksvertreter schon im November 2018 die Verwaltung aufgefordert, zu prüfen, ob nicht im Bereich des Gewerbegebietes Pauline-Christmann-Straße in Rath-Heumar ein spezieller Lkw-Parkplatz eingerichtet werden könnte.

Auch wenn die Verwaltung bislang nicht auf diesen Vorschlag reagiert hatte, und stattdessen mitteilte, dass ihr „in der näheren Umgebung keine geeigneten Flächen für das Parken von LKW bekannt“ seien, beschlossen die Bezirksvertreter einstimmig, erneut hierfür das Areal an der Pauline-Christmann-Straße zu überprüfen. Schließlich wolle man berücksichtigen, dass viele der Fahrer der LKW in unmittelbarer Nähe in den Stadtteilen wohnen und beruflich gezwungen sind, diese Fahrzeuge „mit nach Hause“ zu nehmen und in ihrer Nachbarschaft abzustellen.

SPD/CDU-Antrag