Das Festkomitee Pescher Karneval startete mit einer fulminanten Sitzung in die Session. Dabei waren auch die Domstürmer und Volker Weininger.
Karneval in Köln800 Jecke feiern mit Domstürmern in Pesch

Das Escher Dreigestirn mit Prinz Andreas I. (Andreas Brunkow), Bauer Schäng (Johannes Nachtsheim) und Jungfrau Antje (Remko van der Veer) posiert mit den Domstürmern am Rande der Sitzung.
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Für den Pescher Karneval sind die Heiligen Drei Könige von entscheidender Bedeutung. Immer am ersten Freitag und Samstag nach dem Dreikönigstag am 6. Januar, startet das Festkomitee Pescher Karneval (FIB) mit seinen Kostümsitzungen in die Fastelovendszick. Am letzten Wochenende strömten mehr als 800 kostümierte Jecke zu den beliebten FIB-Sitzungen in die Aula des Pescher Gymnasiums. Die Veranstaltungen sind schon seit Wochen ausverkauft, berichtet FIB-Präsident Alberto Correa Langer. Kein Wunder, denn das Komitee, ein Zusammenschluss aus dem FC Pesch, der IG Pescher Dienstagszug (feiert in diesem Jahr 60-jähriges Bestehen) und dem Bürgerverein Pesch, hatte auch im 43. Veranstaltungsjahr wieder ein unterhaltsames Sitzungsprogramm mit kölschen Bands, Rednern, Musikern und Tanzgruppen zusammengestellt.

Lehrer Martin Schopps sammelt Lacher mit den Anekdoten über seine Schüler.
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Zum Auftakt der Karnevalsparty begrüßte Sitzungspräsidentin Gertrud Meinert die Jugend- und Girls-Tanzgruppe der KG Blau-Weiß aus Pulheim-Sinnersdorf. Mit viel Liebe zum Detail präsentierten die Jugendlichen ihre Showtänze zu fetziger Musik. Martin Schopps, Lehrer und Karnevalsredner, plauderte über Veganer, Düsseldorfer und den alltäglichen Wahnsinn im Klassenzimmer. Er scherzte über seine Freunde von früher, von denen heute die Hälfte gesundheitsbewusste Vegetarier seien. „Die machen auf Partys in der Südstadt so aufregende Sachen wie Russisch Boulette: „Da hast du sechs Frikadellen, aber nur fünf sind vegan.“
Schopps erinnert an frühere Schulzeiten, als noch der Schulzahnarzt kam und nicht der Schultätowierer. Er habe Schüler, sagt er, die glauben, Oxford wäre die englische Übersetzung von Rinderdiebstahl. Schallendes Gelächter. Tusch vom Orchester Markus Quodt. Schopps versteht sein Handwerk – seit 25 Jahren. Moderatorin Meinert startet Raketen, verteilt Orden. Auch an Markus Rey, der sich mit Trompete, kölschen Hits und Ballermann-Schlagern mitten ins Aula-Getümmel stürzt. Der Saal tobt, singt mit, schunkelt. Mittendrin das amtierende Escher Dreigestirn um Prinz Andreas I. (Andreas Brunkow). Nicht einfach für Redner und Sänger Uli Teichmann das unruhige Volk bei seinem anschließenden Vortrag wieder von Malle nach Pesch zurückzuholen.
Sitzungspräsident Volker Weininger
Meinert schreitet ein, bittet um mehr Aufmerksamkeit. Dann verteilen die Domstürmer Ohrwürmer: „Ohne Dom, ohne Rhing, ohne Sunnesching“ geht nix in Kölle. Ohne „meine Liebe, meine Stadt und mein Verein“ auch nicht. Reichlich Beifall für die kölsche Band, genau wie für die Rabaue, die Höhner oder die Jungs von Eldorado. Zwischen Mettbrötchen, Kölsch und Aperölchen feierten die Gäste im liebevoll geschmückten Saal Redner wie den lallenden „Sitzungspräsident“ Volker Weininger, Guido Cantz, Marc Metzger oder Deutschlands prominenteste Putzfrau Achnes Kasulke. Für akrobatisch, sportliche Unterhaltung sorgten die Tanzkorps „Jan von Werth“ und „Colonia Rut Wiess“. Rund 90 ehrenamtliche Helfer aus den Reihen der Veranstalter garantierten einen reibungslosen Ablauf der rund vierstündigen Sitzungen.


