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Corona-Pause im „Büze“ ist endlich vorbei

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Ehrenfeld – Einen tanzenden Bühnenköbes hat es in 15 Jahren Escht Kabarett noch nicht gegeben. Als Christian Bechmann, Erfinder und gute Seele der Nachwuchs-Kabarett-Reihe, nach dreieinhalbmonatiger Zwangspause im Bürgerzentrum Ehrenfeld wieder auf die Bühne steigen durfte, war er völlig aus dem Häuschen. „Wir waren die Letzten und wir sind die Ersten!“, stellte er vor Freude hüpfend fest. Der Escht Kabarett-Abend am 13. März war die letzte Publikumsveranstaltung im „Büze“. Zwei Tage später wurde der allgemeine Lockdown zum Schutz vor dem Coronavirus verkündet. Nun durften die hintersinnigen Spaßmacher wieder ran. Den ersten Abend, dem bald schon weitere folgen, bestritten Gerd Buurmann, Vera Deckers, Özgür Cebe und Torsten Schlosser.

Auch ihnen war die Erleichterung darüber anzumerken, dass die Zeiten ohne direkten Blick aufs Publikum nun endlich vorbei sind. Natürlich gab es noch Einschränkungen. In den Saal durften nicht mehr als 100 Besucher. Normal ist bei Escht Kabarett jedoch mehr als das Doppelte. Um den Einnahmeverlust auszugleichen, wurde ein Eintrittspreis von 10 Euro erhoben. Die Spielfreude der Künstler und die Vielfalt an Beiträgen waren es allemal wert. Gerd Buurmann brachte gekonnt die veränderten Wahrnehmungen in Zeiten von Corona auf den Punkt; „Wie oft habe ich mich gefragt: Darf der das?“ Viel Eigenwerbung betrieb er mit einem Ausschnitt aus Heines „Deutschland – ein Wintermärchen“. Mehr davon kann man bei Buurmanns Stadtführungen im Zeichen von Heinrich Heine erleben. Özgür Cebe wollte da mit einem Ausschnitt aus Goethes Faust – in Rap-Manier vorgetragen – nicht nachstehen.

Vera Deckers überbrückte die auftrittsfreie Zeit mit einem Soloprogramm, das via Facebook als Stream zu empfangen war. Torsten Schlosser hat sich zwar die Corona-Warn-App auf sein Smartphone geladen, hatte sich aber mehr davon versprochen. Noch immer habe er keine Warnmeldung erhalten. „Ich glaub, ich lösch die wieder“, sagte er scherzhaft. Richtig ernst war es ihm aber mit der Kritik an manchen Theaterhäusern, die ihre Programme schon im März für den Rest des Jahres abgesagt hätten und damit Kulturschaffenden und dem Publikum kein gutes Zeichen gaben. „Der heutige Abend hat doch ganz klar gezeigt, dass Kultur ein Leuchtfeuer ist. Und das wird uns auch aus der Krise wieder herausführen.“ www.eschtkabarett.de