Köln – Nach den Ausschreitungen beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach vor viereinhalb Wochen hat NRW-Innenminister Ralf Jäger das Einsatzkonzept der Polizei verteidigt. Er widersprach Vorwürfen, die auch aus dem Umfeld des Vereins laut geworden waren, die Polizei hätte die etwa 80 Hooligans aus Mönchengladbach und Duisburg auf den Jahnwiesen zu spät bemerkt. Die Planungen des Einsatzes hätten ein solches Szenario sehr wohl umfasst, antwortete Jäger im Innenausschuss auf eine Anfrage der FDP.
Um 13.59 Uhr hätte die Einsatzleitung auf einem Überwachungsvideo gesehen, wie sich die gewaltbereiten Männer der Südkurve näherten. Um 14.03 Uhr seien die ersten Einsatzkräfte eingetroffen und hätten mit Schlagstöcken versucht, die Schlägerei zwischen den Angreifern aus Mönchengladbach und Fans des 1. FC Köln mit insgesamt 200 Beteiligten zu beenden. Um 14.06 sei die Auseinandersetzung beendet gewesen.
Zudem hätten Polizisten bereits etwa eine Stunde vor der Massenschlägerei an der Haltestelle Aachener Straße/Gürtel 135 mutmaßlich gewaltbereite Köln-Anhänger und mit ihnen befreundete Ultras aus Dortmund angehalten und kontrolliert. Die Gruppe sei dadurch daran gehindert worden, an der Auseinandersetzung auf den Jahnwiesen teilzunehmen.
Jäger zufolge hatten Kölner Ultras bei der Schlägerei Dachlatten eingesetzt, die aus einem Raum im Stadion stammen, den der FC dem Fanprojekt zur Verfügung stellt. Die Polizei nahm die Personalien von 17 Personen auf, die sich nach der Schlägerei dort aufhielten. Insgesamt seien an diesem Tag vier Polizisten und vier Gladbach-Fans verletzt worden. Die Polizei bearbeitet 98 Strafanzeigen. 144 Personen gelten als Beschuldigte. (ts)
