Abriss auf Fabrikgelände200 neue Wohnungen für Ehrenfeld

Die Fabrik in Ehrenfeld an der Subbelrather Straße 486 wird abgerissen. Entstehen sollen 200 neue Wohnungen.
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Ehrenfeld – Vom Industriegelände zum Wohnquartier – eine typische Ehrenfelder Entwicklung steht dem Grundstück Subbelrather Straße 486 bevor. Vor 100 Jahren wurde hier das Metallwerk Schmachtenberg gegründet. Der Spezialist für Industriemesser ging vor knapp zwei Jahren in Insolvenz. Ein Unternehmen aus derselben Branche übernahm die Kölner Traditionsfirma.
Das Fabrikgelände ist inzwischen im Besitz des Immobilienentwicklers WVM. Das Unternehmen will rund 200 Wohnungen bauen lassen. Details zum Projekt wurden jetzt bei einer Informationsveranstaltung im Bezirksrathaus vorgestellt.
Lärmschutz für die Wohnungen
Das Grundstück befindet sich unmittelbar an der Grünanlage Takufeld. Eine Kleingartenanlage, ein Kinderspielplatz, eine BMX- und Skater-Bahn sowie der Fußballplatz des Vereins TuS 1865 Köln-Ehrenfeld sind direkte Nachbarn.
„Deswegen müssen wir unsere Häuser mit entsprechendem Lärmschutz ausstatten“, erklärt Architekt Kaspar Steves, der seinen Entwurf zusammen mit Geschäftspartnerin Susanne Borsum vorstellte. Weil die Sport- und Spielplätze, von denen bis in die Abendstunden Lärm ausgehen kann, in ihrem Bestand gesichert werden sollen, ist geplant, die Wohnhäuser so zu platzieren, dass keine dauerhaft genutzten Räume in Richtung der Sportplätze weisen. Zudem soll ein fünfgeschossiger Riegelbau die gesamte Wohnanlage abschirmen.
Drei Gebäudekomplexe und ein von Autos befreiter Bereich
Geplant sind 200 Wohnungen. Sie verteilen sich auf drei Baukörper. Einer ist zur Subbelrather Straße gerichtet. Er soll die heutigen Wohnhäuser ersetzen. Ein von der Subbelrather Straße aus gesehen links der zum Abbruch vorgesehenen Wohnhäuser stehendes Backsteinhaus aus der Zeit Ende des 19. Jahrhunderts wird voraussichtlich erhalten. Es steht zwar nicht unter Denkmalschutz, ist aber nach Ansicht vieler ein Zeugnis der ältesten Bebauung an dieser Stelle.
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Anstelle der Fabrikbauten, die noch abgetragen werden müssen, entstehen eine Tiefgarage sowie zwei weitere Gebäude. Die Freifläche dazwischen soll von Autoverkehr befreit sein und eine Aufenthaltsfläche für die Bewohner und Kleinkinderspielbereiche bieten. Mit der Ehrenfelder Bezirksvertretung wurde bereits besprochen, dass ein Spielplatz für ältere Kinder anstelle des im Takufeld vorhandenen Spielplatzes gebaut werden soll.
Derzeit ist dieser Platz wenig attraktiv. Bei der Gestaltung der Wohnhäuser, in denen 30 Prozent der Wohnungen mit öffentlicher Förderung gebaut werden, orientierte sich das Architekturbüro an den Siedlungsbauten auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Ein Klinkersockel und ein heller Putz werden das Erscheinungsbild bestimmen.
Projekt noch nicht genehmigt
Für das Projekt besteht noch kein Baurecht. Damit dies geschaffen werden kann, ist ein Bebauungsplanverfahren notwendig. „Wir hoffen, dass es im Frühjahr 2020 abgeschlossen ist“, erklärte Hendrik Schwark vom Stadtplanungsamt. Dann hätten die Bürger nochmals Gelegenheit, zu dem Vorhaben Einwände vorzubringen.
Schon bei der Informationsveranstaltung nutzten etwa ein Dutzend Bürger die Gelegenheit zu Fragen. Die Zahl der Stellplätze in der Tiefgarage interessierte ebenso wie die der Balkone. Etwa 170 Stellplätze wird es voraussichtlich geben und alle Wohnungen erhalten Balkone. Ebenso gibt es in jedem Gebäude einen Aufzug.
Bedenken der Bürger sollen berücksichtigt werden
Ein Anwohner wies darauf hin, dass sichergestellt sein müsse, dass die Umgebung vor Schadstoffemissionen beim Abbruch sowie den Bauarbeiten beschützt werden müsse. Bereits jetzt, wo zunächst die Fabrikhallen ausgeräumt werden, sei es vorgekommen, dass auf dem Gelände vermutlich Müll verbrannt worden sei.
Der Projektleiter des Unternehmens WVM sagte zu, dass dem nachgegangen werde. Der eigentliche Abbruch muss nach Vorlage und Genehmigung eines Abbruchkonzeptes durch ein zugelassenes Unternehmen erfolgen.
Ein weiterer Hinweis von Bürgern bezog sich auf mögliche Fledermaus-Vorkommen, die Brutplätze in den alten Mauern haben. Dies werde geprüft, versicherte Regina Stottrop vom Stadtplanungsamt. Sollten Fledermäuse nachgewiesen werden, bekomme der Bauherr die Auflage, eventuell entfallende Nistmöglichkeiten an anderer Stelle neu zu schaffen.


