Abo

EHRENFELD - LINDENTHAL

2 min

Immer noch wird Ehrenfeld gern gerühmt ob seines reichen kulturellen Angebots. Vorzugsweise in Immobilienanzeigen. Verschwiegen wird, dass es gerade die Immobilien sind, die die Kulturszene allmählich ärmer werden lassen, weil sie häufig dort errichtet werden, wo sich Kultur etabliert hat. Was Ende der 90er-Jahre begann – als etwa der Schrottplatz Bel Air von der Kohlenstraße wegziehen musste – setzt sich weiter fort. Der Grüne Weg – einst ein wahrer Hotspot – ist ein aktuelles Beispiel. Noch hat der letzte Club, das Jazzlokal Barinton, eine Gnadenfrist. Doch die Zeit scheint hier allmählich abgelaufen. Vis à vis des Clubs entsteht ein mächtiger Bürokomplex. Bleibt zu hoffen, dass sich dort neue Räume für kulturelle Angebote auftun werden. Hoffnung gibt es auch noch für die Heliosstraße, wenngleich der „Runde Tisch“ zur Konzeption eines „Kulturbaustein Helios“ bislang noch kein Ergebnis gebracht hat. Es sind aber nicht nur die Adressen zum Ausgehen, die verschwinden oder sich ändern. Atelierraum – über viele Jahre ein Pfund, mit dem Ehrenfeld wuchern konnte – wird knapper und teurer. Zuletzt war der Verlust von Proberäumen für Musikbands zu beklagen. Hoffentlich wird Ehrenfeld auch in den „Zwanziger Jahren“ noch rühmenswert sein für seine Kultur. (Rös)

LINDENTHAL

An der Mommsenstraße in Lindenthal, an der Moltkestraße in Weiden, an der Brauweiler Straße in Lövenich. Überall dort lauern Gefahren für Kinder auf ihrem Weg zur Schule – jedenfalls nach Ansicht der Bürger, die sich an diesen Stellen neue Überwege oder Beseitigung parkender Fahrzeuge wünschten. In allen drei Fällen schloss sich die Bezirksvertretung nach Prüfung der Situation vor Ort den Einschätzungen der Bürger an und beschloss die gewünschten Veränderungen. Das Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung lehnte sie jedoch jeweils ab. Doch dann wurde an der besagten Stelle in Lövenich tatsächlich ein Kind angefahren. Aus Sicht der Unfallkommission der Verwaltung macht ein Unfall einen Ort aber noch längst nicht zur Gefahrenzone. Wenn allerdings viele Anwohner eine Situation als gefährlich einschätzen – und die Politik sich dieser dann auch noch anschließt, ist es verwunderlich, dass die Verwaltung den Verbesserungswünschen nicht nachkommt. Schließlich hat sie das Ermessen und somit die Möglichkeit, den Einschätzungen der Bürger und Politiker Vertrauen zu schenken. Das bekäme sie dann auch zurück. (SE)

Georges Sintcheu (u.) vor dem Barinton