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Bauboom in Ehrenfeld
An der Subbelrather-Straße entstehen 450 neue Wohnungen

Lesezeit 3 Minuten
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Ein Investor aus München will diese Baulücke an der Subbelrather Straße 234 schließen und kündigt das auf seiner Website bereits an.

Ehrenfeld.  – Der Wunschtraum vieler – eine Adresse in Ehrenfeld zu haben – wird  im nächsten Jahr für immerhin 70 neue Wohnungseigentümer endlich wahr werden. Sie werden in der Subbelrather Straße 436 einziehen. Dort sind drei Häuser in Bau mit Wohnungen zwischen 35 und 130 Quadratmetern Größe. Singles, Paare und Familien werden hier wohnen. Rund 150 Menschen.

In den kommenden Jahren werden etliche hundert weitere ebenfalls die Subbelrather Straße als ihre neue Adresse angeben können. Die Straße, die als Ausfallstraße parallel zur Venloer Straße von der Innenstadt bis nach Bickendorf führt, ist in den Fokus mehrerer Investoren gerückt, die hier Potenziale für insgesamt rund 450 Wohnungen entdeckt haben.

Fast 100 Jahre lang  Spezialmesser produziert

Die Projekte sind in unterschiedlichen Planungsstadien. Die Tage gezählt sind für die Häuser an der Subbelrather Straße 486-494. An der hell verputzten Fassade, die zur Straße zeigt, ist – allmählich verblassend – der Schriftzug „Gebr. Schmachtenberg“ zu lesen. Fast hundert Jahre wurden in den hinter den Gebäuden liegenden Hallen Metallwaren produziert – Spezialmesser für die Recyclingindustrie.

Wie schon an der Adresse mit der Hausnummer 436 ist das Kölner Unternehmen WVM Immobilien der Investor auf dem mehr als einen Hektar großen ehemaligen Fabrik-Areal. Geplant ist eine Wohnanlage mit etwa 220 Wohnungen. 30 Prozent davon werden öffentlich gefördert sein.

Als künftige Mieter kommen daher Menschen mit Wohnberechtigungsschein in Frage. Der erforderliche Bebauungsplan soll demnächst endgültig beschlossen werden. „Ziel der Planung ist ein durchgrüntes, urbanes neues Wohnquartier“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Das von der Subbelrather Straße aus 170 Meter bis an eine Kleingartenanlage reichende Grundstück liegt an der Grünanlage Takufeld. Dort gibt es einen Spielplatz, eine Skater-Anlage sowie einen Fußballplatz.

Lärm durch Sportanlagen

Weil von den Sportanlagen Lärm ausgeht, sind Schutzmaßnahmen vorgesehen, damit es im begrünten Innenhof der Wohnanlage ruhig ist. In Richtung des Innenhofs weisen die Terrassen der Erdgeschoss-Wohnungen sowie die Balkone der Etagenwohnungen. Gebaut werden ein Riegel mit fünf Vollgeschossen und einem zusätzlichen Dachgeschoss sowie ein viergeschossiger Riegel mit einem Dachgeschoss.

Die Immobilienentwicklungsgesellschaft Dr. Rüger-Holding plant an der Subbelrather Straße eine weitere Wohnanlage. Sie soll aus einem zur Straße gerichteten Gebäuderiegel bestehen. Im Erdgeschoss wird ein Supermarkt untergebracht, den es jetzt schon auf dem Grundstück gibt.

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Er befindet sich in einem Flachbau, der wie alle anderen gewerblich genutzten Gebäude auf dem Areal abgebrochen werden soll. Hinter dem Gebäuderiegel sind drei weitere Baukörper geplant. Insgesamt sollen 130 Wohnungen entstehen. Auch hier sollen 30 Prozent öffentlich gefördert sein. Um Baurecht zu schaffen, muss allerdings der gültige Bebauungsplan geändert werden. Solch ein Verfahren kann dauern.

Supermarkt muss eventuell weichen 

„Ich bin optimistisch, dass wir in weniger als vier Jahren mit dem Projekt fertig sind“, sagte René Gerdom, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens auf Anfrage. Sicher ist wohl, dass es bis auf den Supermarkt keine weiteren Betriebe mehr geben wird. Die derzeitigen Mietverträge laufen aus. 

Ebenfalls ein Supermarkt befindet sich noch auf dem Grundstück Subbelrather Straße 234 unweit des Ehrenfeldgürtels. Er könnte weichen, wenn die Vision des Münchner Projektentwicklers Savvy Group Wirklichkeit wird. Das Unternehmen kündigt den Bau eines Wohnhauses an, das die Lücke zwischen dem denkmalgeschützten Eckhaus und dem kürzlich fertiggestellten Neubau Subbelrather Straße 232 schließen soll. Savvy Group plant außerdem am Ehrenfeldgürtel 125 anstelle des Postgebäudes eine Wohnanlage. Nähere Angaben zur Größe und zum Zeitplan macht Savvy zu keinem der Projekte.