Ein brandneuer Fahrradabstellplatz nahe der Kita St. Joseph in Ehrenfeld musste wegen Bauarbeiten in der Nachbarschaft direkt wieder abgebaut werden.
Was passiert da?Radnadeln in Köln-Ehrenfeld fallen Bauarbeiten zum Opfer

Ein Transporter parkt in der Klarastraße gegenüber den ehemals neuen Abstellbügeln für Räder.
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Einen klassischen Fall von „dumm gelaufen“ meldet ein Leser aus der Ehrenfelder Klarastraße. Auf unseren Aufruf im Zusammenhang mit dem verschwundenen Brunnen auf dem Barthonia-Forum hin, uns weitere ‚Vermisstenfälle‘ zu melden, hatte der Ehrenfelder sieben verschwundene Radabstellbügel zu Protokoll gegeben. „Kaum vorstellbar, dass das mit der Stadt so abgesprochen ist“, schreibt der Anwohner an den „Kölner Stadt-Anzeiger“. Und weiter fragt er sich, genauer gesagt, uns: „Wer ist verantwortlich und vor allem: Wer bezahlt das jetzt? Und wer entfernt die scharfkantigen, nicht entgrateten Metallreste?“
Bauarbeiten in der Klarastraße in Ehrenfeld im ehemaligen Kloster
Tatsächlich wurden die sieben im Behördendeutsch „Radnadeln“ genannten Abstellbügel inklusive einer Lastenrad-Beschilderung von der Baufirma entfernt, die seit einigen Wochen mit den Arbeiten am Gebäude in der Klarastraße 15–17 beauftragt ist. „Die Lastenradstellplätze wurden leider kurz vor Baugenehmigung und Antrag auf Verkehrssicherung ohne unsere Kenntnis von öffentlichen Stellplätzen zu Lastenradbügeln umgebaut. In Abstimmung mit der Stadt Köln wurden diese bauseits zur Entfernung freigegeben“, erklärt ein Vertreter des Architekturbüros Häck, das dort mit den Bauarbeiten beauftragt ist.

In der Klarastraße sind die Hausnummern 15 und 17 Baustelle. Die Fahrradabstellplätze mussten deshalb weichen.
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Wie es zu diesem Abstimmungsfehler zwischen Stadt und Baufirma gekommen ist, erläutert ein Stadtsprecher: „Bauherren beziehungsweise die beauftragten Firmen müssen mit drei Wochen Vorlauf einen Antrag bei der Stadt Köln stellen, wenn sie öffentliche Straßenbereiche für Bauarbeiten nutzen möchten. Es kann vorkommen, dass für Bauvorhaben Anlagen im Straßenraum entfernt werden müssen und nach Beendigung der Maßnahme durch die Baufirma wieder aufgestellt werden.“ In diesem Fall eben die entfernten Metallbügel, Kostenpunkt laut Stadt: 1700 Euro.
Umgekehrt prüft das Amt vor Aufstellung von Fahrradnadeln aber nicht, ob vielleicht gerade eine Baumaßnahme vor Ort im Verzug ist. „Bei kleineren Maßnahmen, etwa beim Einrichten von Fahrradparken oder Mobilstationen, findet in der Regel kein Abgleich mit Baugenehmigungsverfahren statt, um den Abstimmungsbedarf zu reduzieren und damit Maßnahmen möglichst zügig durchzuführen.“
Der katholische Gemeindeverband Ehrenfeld, in dem die Gemeinde St. Joseph aufgegangen ist, erklärt auf Anfrage: „Das Grundstück steht weiterhin im Eigentum der Kirche, an dem Gebäude ist aber schon 2024 ein Erbbaurecht vergeben und verkauft worden. Dadurch ist die Gemeinde für die Instandhaltung und Instandsetzung des Gebäudes nicht mehr verantwortlich, erhält aber jährlich Erbbauzinsen für das Gebäude.“ Bei dem Gebäude handelt es sich um das ehemalige Karmelitenkloster. Der letzte dort lebende Pater Victor war 2019 ausgezogen. Danach stand das Haus zunächst leer.
Klosterumbau schafft Wohnungen – Fahrradständer kehren zurück
„Lediglich in der oberen Etage befand sich ein Teil der Pfarrverwaltung. Die Gemeinde hatte zudem vorübergehend aus der Ukraine Geflüchteten im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss Zuflucht gewährt.“ Die Bauherren würden das Kloster derzeit in Absprache mit dem Bauamt und dem Denkmalschutzamt in Wohnungen umwandeln. Auf bestimmte Wohnungen hat die Gemeinde ein Vormietrecht. „Die Fertigstellung ist für den 15.5.2027 geplant.“
Und was die Radnadeln angeht, gibt es noch eine gute Nachricht: „Nach Auskunft der bauleitenden Architektin werden die Fahrradständer nach Abschluss der Bauarbeiten wieder aufgestellt. Es wird dann sogar einen Stellplatz mehr geben, den die Bauherren bezahlen.“
