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Herkulestunnel in Köln-NeuehrenfeldMit Blitzern gegen Lärm und Unfälle auf der A57

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Die Tunneleinfahrt der A57 in Neuehrenfeld (Archivbild)

Neuehrenfeld – Wahrscheinlich ist es der Straßenabschnitt mit den meisten Geschwindigkeitsübertretungen im gesamten Stadtgebiet: Wer stadteinwärts von der A57 Richtung Innere Kanalstraße unterwegs ist und sich am Herkulestunnel in Neuehrenfeld an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält, wird von den anderen Autofahrern als Verkehrshindernis wahrgenommen. 50 Stundenkilometer fährt hier fast niemand.

Das wird aller Voraussicht nach schon bald anders sein. Die Stadt bereitet die Aufstellung von zwei Blitzern vor, die am Anfang und am Ende des Tunnels fest installiert werden. Zur Zeit werden so genannte Seitenradarmessungen durchgeführt. Die Stadt sammelt Datenmaterial, um die Aufstellung der Blitzer zu rechtfertigen – ein formaler Akt, denn eigentlich ist klar, was dabei herauskommt. Der Bereich gilt als Unfallschwerpunkt.

Lärmschutz für die Grundschule

Seit Monaten wird die Geschwindigkeitskontrolle am Herkulestunnel auch als Maßnahme gegen den Verkehrslärm diskutiert. Kurz vor dem Tunnel, direkt am dreispurigen Autobahnende, ist ein neues Gebäude für die Paul-Klee-Grundschule gebaut worden – ohne für ausreichenden Lärmschutz zu sorgen.

Anwohner und die Eltern der Schüler haben protestiert, Verwaltung und Politik haben mit Hinweis auf die hohen Kosten einen wirksamen baulichen Schutz zum Beispiel durch eine Lärmschutzwand abgelehnt. Stattdessen wird nun mit allerlei wenig wirksamen Mitteln – wie einem begrünten Zaun – probiert, das Problem ein wenig erträglicher zu machen.

Schwierige Rechtslage

Die Bezirksvertretung Ehrenfeld hatte schon vor Monaten dauerhafte Geschwindigkeitskontrollen gefordert. Doch die Rechtslage lässt das nicht so einfach zu. Die Verwaltung stellt klar, dass der Lärmschutz allein kein Grund für stationäre Blitzer sein kann.

Da es sich aber um einen Straßenabschnitt handelt, auf dem viele Auffahrunfälle durch überhöhte Geschwindigkeit passieren, können sie doch aufgestellt werden. Auf den Abbiegespuren und Zufahrten zur Inneren Kanalstraße und zur Subbelrather Straße gibt es immer wieder längere Rückstaus, auf die andere Autofahrer auffahren, weil sie zu schnell unterwegs sind.

Beschluss im Januar

Schwieriger wird es in Gegenrichtung. Im Januar dieses Jahres hatte die Verwaltung dem Schulausschuss des Stadtrates noch mitgeteilt, in beiden Richtungen die Aufstellung von Blitzern zu prüfen. Doch stadtauswärts kracht es nur selten, obwohl sich auch hier kaum einer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hält.

Das Amt für Öffentliche Ordnung will den zuständigen politischen Gremien im Dezember einen Beschlussvorschlag vorlegen, der dann Anfang 2016 fallen könnte. Ein paar Wochen später könnte die neue Anlage zur Geschwindigkeitskontrolle installiert sein.