Die Alte Kölner Karnevalsgesellschaft Schnüsse Tring stellte den Großteil der Aktiven im Ossendorfer Zoch, die dies Jahr 125 Jahre alt wird.
OssendorfPänz, Lumpe und viel „Schnüsse Tring“

Kinder der Peter-Lustig-Grundschule sind in Ossendorf unterwegs.
Copyright: Hans-Willi Hermans
Es ist halt eine besondere Session für die Alte Kölner Karnevalsgesellschaft „Schnüsse Tring“: Sie feiert ihr 125-jähriges Bestehen, deshalb war ein auch zahlenmäßig eindrucksvoller Auftritt im Ossendorfer Samstagszug Ehrensache. Schließlich wurde die KG, die mittlerweile zu den größten in Köln gehört, im Jahre 1901 an einem markanten Punkt des heutigen Zugwegs gegründet, im „Ossendorfer Hof“ an der Ecke Frohnhofstraße/Rochusstraße.
„Wir nehmen jedes Jahr in Ossendorf teil“, erzählte Markus Richert, Pressesprecher der KG. „Aber sonst sind meistens die Jugendtanzgruppen vertreten, heute sind auch erwachsene Tänzer dabei, knapp 60 insgesamt.“ Außerdem sind „Schnüsse Tring“ in diesem Jahr noch am Rosenmontagszug und am Ehrenfelder Dienstagszug beteiligt. Dann folgt noch die Sessions-Abschlussfeier „Mützen ab“ und das Jubiläum ist geschafft: „Die Gesellschaft ist am Limit“, berichtet Richert lachend.

Et kölsche Lumpenpack
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Noch längst nicht am Limit waren die vielen Pänz aus der Nachbarschaft, aus der Kita Rochus, der Peter-Lustig-Grundschule und der Montessori Grundschule. Zusammen mit ihren Eltern stellten sie wieder mehr als die Hälfte der über 800 Zugteilnehmer und setzten mit ihren selbstgebastelten Kostümen nicht nur akustisch, sondern auch optisch jecke Akzente. „Das Schöne an unserem Zug ist, dass er so familiär ist“, betonte Christoph Hentschel, Präsident des Vereins Löstige Fastelovendsfründe Köln-Ossendorf, der den Zoch, der auch in diesem Jahr wieder durch einige Bickendorfer Straßen führte, seit 1978 organisiert.
Hentschel hofft, dass die Kinder auch nach ihrer Schulzeit weitermachen, denn der Ossendorfer Samstagszug wird immer kleiner, weil einige der bisherigen Teilnehmer, so Hentschel, die Altersgrenze erreicht haben. Nicht nur der inzwischen 100-jährige Ossendorfer Ludwig Sebus, der jahrelang eine feste Größe im Zug war, wird daher schmerzlich vermisst. Das „Kölsche Lumpenpack“ bleibt dem Samstagszug erst einmal erhalten, es feiert in diesem Jahr aber auch schon sein 40-jähriges Bestehen. Die Jubilare vom Stammtisch Beckendorfer Veedelspirate dagegen darf man eher zum hoffnungsvollen Nachwuchs zählen: Der Piratenverein wurde vor gerade mal zehn Jahren gegründet.

