Pfarrzentrum in BickendorfEin neues Gefühl der Einheit

Architekt Kaspar Kraemer demonstriert am Flügel die vorzügliche Akustik des Saals.
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Bickendorf – Am kommenden Sonntag eröffnet an der Rochusstraße ein neues Gasthaus: Bios Inn ist sein Name. Das klingt wie ein Feinschmeckerlokal eines früheren Fernseh-Talkmasters, doch diese Vermutung ist falsch. Zu Essen und zu Trinken wird es sicher häufig in dem Haus geben, aber ein Restaurant ist es deshalb noch lange nicht.
„Hier wird ein für die Pastoral in unserer Gemeinde notwendiges Gasthaus gebaut“, erklärt Pfarrer Klaus Kugler. Das aus dem Griechischen stammende Wort Pastoral kann mit Seelsorge übersetzt werden. Klaus Kugler ist Hausherr, denn Bios Inn ist das neue Pfarrzentrum der katholischen Kirchengemeinde Bickendorf-Ossendorf, auch Bios genannt. „Die Abkürzung ist inzwischen zu einer Art Markenzeichen unserer Gemeinde geworden“, erklärt die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Monika Collet. Der eigentliche Name der Pfarrgemeinde lautet Zu den Heiligen Rochus, Dreikönigen und Bartholomäus.
Die Eröffnung wird am Sonntag, 19. April (10 Uhr) mit einem Festgottesdienst in der Kirche gefeiert. Zur Einsegnung des Neubaus kommt auch Generalvikar Dominik Meiering. An den kirchlichen Segen schließen sich Grußworte an. Die Feier wird von der Bigband der Rochus-Musikschule musikalisch begleitet.
Eine Festwoche folgt der Einweihung. Eine Kaffeetafel ist Montag, 20. April, ab 15.30 Uhr gedeckt. Am Dienstag, 21. April, 20 Uhr wird der Film „Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit“ gezeigt. Ein Kulturbistro am Mittwoch, 22. April, 19.30 Uhr, und ein Rockkonzert am Freitag, 24. April, 19 Uhr, schließen sich an. Ein Dämmerschoppen am Sonntag, 26. April, 18 Uhr, beschließt die Woche. (Rös)
Der Gebäudekomplex liegt direkt gegenüber der Rochuskirche. Er entstand, wo sich früher einmal das alte Rochuszentrum mit Pfarrsaal, Gruppenräumen und Pfarrbücherei befand. Daneben standen mehrere Wohnhäuser, unter anderem mit dem Pfarrbüro und der Wohnung des Pfarrers. „Es ist die Grundidee des neuen Hauses, dass nun alle Einrichtungen der Gemeinde eine Einheit bilden“, erklärt Architekt Kaspar Kraemer. Die Wohnungen der Geistlichen, das Pfarrbüro, Gruppenräume, Pfarrbücherei, der großzügige Saal sowie die katholische Kindertagesstätte sind in einem Gebäudekomplex vereint. Zwischen Kirche und dem Neubau ist außerdem ein vielfältig nutzbarer öffentlicher Platz entstanden. Offen soll auch das Haus sein. Diese Absicht hat der Architekt mit großzügigen Fensterflächen betont.
Im Inneren überwiegen lichte, natürliche Materialien wie Klinker und Steinfußboden. Der Saal wurde mit einem freundlich-hellen Parkettboden ausgestattet sowie mit Türen und Fensterrahmen in einem warmen Nußbaum-Farbton.
Veranstaltungen mit religiösen, kulturellen und gesellschaftspolitischen Inhalten sind geplant. Herzstück des Hauses soll das lichtdurchflutete Foyer sein. Wer das Pfarrbüro besucht, Kinder zur Kindertagesstätte oder zur nahen Rochus-Musikschule bringt, kann sich in dem Foyer auf eine Tasse Kaffee einfinden. Um den Grundgedanken des Hauses zu unterstreichen, ist der hohe Raum mit einem künstlerisch gestalteten Kruzifix ausgestattet. Der Kölner Bildhauer Karl Günter Wolf, dessen bevorzugtes Material Metall ist, hat einen einladenden Christus geschaffen.
Mit Gesamtkosten von 7,4 Millionen Euro blieb das Projekt im zuvor veranschlagten finanziellen Rahmen. „Wir haben ihn nur um fünf Prozent überzogen, das ist vertretbar“, erklärt Architekt Kaspar Kraemer.
Die Bauarbeiten dauerten allerdings länger als vorgesehen. Ein Regenwasserschaden im Bereich der Kindertagesstätte führte zu einer Verzögerung. Wenn am Sonntag der Saal und das Pfarrzentrum eröffnet werden, wird der Gebäudeteil, der die Kindertagesstätte einmal beherbergen soll, noch abgesperrt sein, weil hier die Bauarbeiten noch nicht vollständig abgeschlossen sind.
„Der Zeitpunkt, an dem die Kindertagesstätte in die Räume einziehen kann, steht leider noch nicht fest“, sagt Pastor Klaus Kugler. Die Schäden sind durch Feuchtigkeit während der Bauphase entstanden, als ein starker Regen durch das noch nicht fertiggestellte Dach prasselte. Das Mauerwerk muss erst vollständig austrocknen, damit die Gefahr von Schimmelbildung ausgeschlossen ist. Erst dann kann mit dem Innenausbau begonnen werden.
