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VerwaltungRekordverdächtig in Ehrenfeld

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In Höhe des Eingangs zum Bürgerzentrum soll der Überweg angelegt werden.

Ehrenfeld – Erst Heiterkeit, dann Verblüffung: Ein Antrag der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Ehrenfeld wird von der Verwaltung rekordverdächtig schnell erledigt. Es geht um einen gesicherten Fußgängerüberweg über die Venloer Straße in Höhe des Bürgerzentrums Ehrenfeld/Leo-Amann-Park. Zunächst sorgten Sozialdemokraten aufgrund eines Schreibfehlers unfreiwillig für Heiterkeit.

Im Antrag war von „Lukas-Amman-Park“ die Rede. Somit waren sowohl Vor- als auch Nachname falsch wiedergegeben. Andere Bezirksvertreter fühlten sich an den Schauspieler Lukas Ammann erinnert und witzelten, ob man die Grünanlage nicht besser in Graf-Yoster-Park umtaufen sollte. In dieser Rolle war Lukas Ammann im Fernsehen bekannt geworden.

Nicht einmal ein halbes Jahr später ist die Heiterkeit großer Verblüffung gewichen: Denn der Antrag wurde bereits von der Verwaltung bearbeitet. In der Februar-Sitzung der Bezirksvertretung stellte die Verwaltung in Form einer Mitteilung die Planungen für den gewünschten Überweg vor. Zuweilen dauert so etwas Jahre. Die Liste der unerledigten Beschlüsse der Bezirksvertretung umfasst rund 200 Anträge. Der älteste datiert aus dem Jahr 1992.

Leo Amann war der erste Bezirksvorsteher des Bezirks Ehrenfeld. Der sozialdemokratische Bickendorfer Politiker wurde im Jahr 1975 gewählt. Die Ehrenfelder Bezirksvertretung hatte damals nur zwei Fraktionen: die SPD mit zehn Mitgliedern unter Vorsitz von Walter Kluth und die CDU-Fraktion mit acht Mitgliedern unter dem Vorsitz von Klaus Ulonska. Einen Vertreter stellte die FDP.

Bis zum Jahr 1981 war Leo Amann im Amt. Er starb im selben Jahr nach kurzer schwerer Krankheit. Der später nach ihm benannte Park an der Venloer Straße wurde Mitte der 1980er Jahre angelegt. Auf dem Gelände befanden sich früher die Vereinigten Deutschen Metallwerke (VDM), das Nachfolgeunternehmen der Bleiröhrenwerke Leyendecker. Das Bürgerzentrum befindet sich im früheren Verwaltungsgebäude der Vereinigten Deutschen Metallwerke. Der Gardeturm der Bürgergarde blau-gold war früher ein Wasserturm und befand sich in einer der Werkshallen. (Rös)

Der Überweg an der Venloer Straße wird mit einem Zebrastreifen versehen und soll schon im Sommer gebaut werden, Kosten: 15 000 Euro. Wie von der Bezirksvertretung einstimmig gefordert, wird der Überweg in Höhe des Eingangs zum Leo-Amann-Park angelegt, durch den man auch zum Bürgerzentrum Ehrenfeld gelangt.

Viele fahren zu schnell

Insbesondere für die Besucher des Bürgerzentrums sei ein Überweg an dieser Stelle notwendig, begründete die SPD ihren Antrag. Die nächstgelegenen Überwege in Höhe Platenstraße und in Höhe Leyendeckerstraße bieten zwar durch Ampeln größtmögliche Sicherheit, liegen aber für viele Besucher in zu weiter Entfernung. Als positiven Nebeneffekt erhofft sich die SPD, dass die Verkehrsteilnehmer dort langsamer fahren. Viele halten sich nämlich nicht an die in diesem Bereich der Venloer Straße vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern.

Die Planung der Stadt berücksichtigt auch, dass Menschen mit Sehbehinderung den Überweg gut nutzen können. Für sie werden in Höhe des Überwegs auf den Gehwegen auf beiden Seiten der Straße Platten mit geriffelter Oberfläche eingesetzt, die mit einem Blindenstock ertastet werden können. Drei Stellplätze für Autos fallen dadurch weg. Dafür werden Fahrradständer installiert.