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Ein Hauch von Hambach in Raderberg

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Raderberg – Den Ärger von Anwohnern, Mietern und Baumschützern zog eine Immobilienfirma auf sich, die in der vorigen Woche acht Bäume auf einem ihrer Grundstücke fällen ließ. Das Unternehmen plant an der Stelle einen Neubau.

Anwohner und Aktivisten, die schon öffentlichkeitswirksam für den Erhalt der Bäume auf der Bonner Straße gekämpft hatten, versuchten am Mittwoch, die Fällungen zu verhindern – letztlich ohne Erfolg. Sie beklagen, dass die Stadt mit der Genehmigung den selbst gesteckten Zielen zum Klimaschutz nicht gerecht werde.

Ein knappes Dutzend Personen hatte sich morgens im Garten des Mehrfamilienhauses in der Straße Am Husholz versammelt. Sie verzögerten den Beginn der Arbeiten um Stunden. Die Polizei war mit mehreren Beamten vor Ort. Sie nahmen Personalien auf und verwiesen auf laufende Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs.

Gegen Mittag räumten die Protestierenden den abgesperrten Garten, nachdem sie ihr Anliegen mehreren Medienvertretern erläutert hatten.

Zurück blieb zunächst ein vermummter Mann und eine Leiter, mit der er den größten Baum auf dem Grundstück bestiegen hatte. Die Arbeiten begannen zunächst mit gewissen Abstand um ihn herum. Eigentümer des Gebäuderiegels mit den Hausnummern 9 bis 13 ist die Bonner Firma Rheinhaus. Die Stadt bestätigte auf Anfrage, dass das Unternehmen über eine gültige Baugenehmigung für ihr Bauvorhaben verfügt.

Ihr sei auch eine Genehmigung für die Fällung der Bäume erteilt worden. Nach den Plänen des Unternehmens, die dieser Zeitung in Teilen vorliegen, soll im Innenhof ein vierstöckiges Wohnhaus mit Staffelgeschoss entstehen. Sechs der acht zu fällenden Bäume sind dort markiert, wo die Feuerwehrzufahrt zum Neubau angelegt werden soll. Vertreter des Unternehmens wollten sich bislang auf Anfrage nicht äußern.

Die Mieter klagen, sie seien nicht über die anstehenden Arbeiten informiert worden. Auf Nachfrage bei der Hausverwaltung sei zunächst ein Gespräch in Aussicht gestellt, dann aber kurzfristig ohne Begründung wieder abgesagt worden.

Mit der Nachbarschaft stehen die Mieter in Austausch. Drei Nachbarn haben Klage gegen die Pläne eingereicht. Ursula Heinrichs, Eigentümerin einer angrenzenden Immobilie, ist eine von ihnen. Sie versuchte unmittelbar am Morgen der Fällung bei Gericht eine Eilentscheidung herbeizuführen, ohne Erfolg.

Sie habe verhindern wollen, dass das Unternehmen mit den Fällungen „Tatsachen schafft“, sagte sie. „Wir hatten gehofft, dass die Arbeiten nicht beginnen, bevor eine Gerichtsentscheidung vorliegt“, sagte Ottmar Lattorf, Nachbar und engagierte Umweltschützer im Viertel. „Wenn die Stadt den beschlossenen Klimanotstand ernst meint, kann sie so etwas doch nicht genehmigen“, sagte er vor Ort.

Er und seine Mitstreiter kritisieren, dass gerade mit solchen kleineren Grünflächen und den Bäumen darauf wichtige kühlende Inseln in ansonsten dicht bebauten Gebieten wegfielen, die einen enormen Einfluss auf das Klima in der unmittelbaren Umgebung haben. Die Mieter der betroffenen Reihenhäuser hatten den Garten intensiv genutzt für gemeinsame Feiern und als schattigen Ort, an dem die Kinder sich im Sommer draußen abkühlen konnten.

Ottmar Lattorf, Nachbar