Als wären sie frisch für ein Roadmovie gecastet worden, ziehen Schauspieler Philipp Danne und sein Ford Mustang von 1967 ihre Bahnen durch Köln. Beide äußerst gut aussehend, beide bekannt aus Film und Fernsehen. Aber von Casting kann keine Rede sein. Es war echte Leidenschaft, die den 33-Jährigen ans Steuer des Coupés (englisch: Fastback) brachte. Danne hat gerade die Dreharbeiten für den ARD-Zweiteiler „Der Ranger“ in der Titelrolle beendet und spielt in der ARD-Vorabendserie „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ den Assistenzarzt Ben Ahlbeck. Gedreht wird zwar in Erfurt, aber wann immer es geht, fährt Philipp Danne zurück in seine Heimatstadt Köln. Zu seiner Frau und seinem laut blubbernden amerikanischen Traumauto. Deshalb habe ich ihn: Vor etlichen Jahren habe ich den Film „Vanilla Sky“ mit Tom Cruise gesehen, in dem er dieses Auto fährt. Ich saß im Kino und konnte es nicht fassen. Ich habe mich sofort mit dem Ford Mustang beschäftigt, es hat aber weit über zehn Jahre gedauert, bis ich ihn endlich mein Eigen nennen konnte. Ich liebe an dem Wagen die Kombination aus Design, Geruch und Sound. Das alles ergibt ein besonderes Gefühl. Dieser satte Sound des Achtzylinders, dieses Blubbern und Tuckern – das bewegt mich einfach. Den Mustang langsam mit seiner fetten Schnauze durch den Straßenverkehr zu fahren ist für mich eher so, als würde ich ein Motorboot über das Meer steuern. Dazu kommt dieser für mich angenehme Benzingeruch. Was das Auto so zeitlos macht ist auch die Verbindung zu dem Film „Bullit“ mit Steve McQueen, in dem eigentlich ein Mustang Fastback die Hauptrolle spielt. Das kann er: Er kann unglaublich cool aussehen. Die Leute auf der Straße drehen sich danach um. Für mich ist aber wichtig, dass ich mich darin wohl fühle. Das ist einfach mein Auto. Den musste ich haben. Es ist vergleichbar mit dem Moment, wenn man sich in eine Frau verguckt. Der Wagen hat mich einfach erwischt. Er hört sich auch unfassbar gut an. Diesen tiefen blubbernden Bass schaffen moderne Autos nicht. Das kann er nicht: Er ist lange nicht so zuverlässig wie ein modernes Auto. Sich einfach reinsetzen und nach Berlin fahren, ist nicht so problemlos möglich. Jedenfalls hofft man dann die ganze Zeit, dass alles gut geht. Er ist kein alltagstaugliches Auto. Eher eins für besondere Gelegenheiten und für gutes Wetter. Deshalb spielt auch der relativ hohe Verbrauch keine so große Rolle. Aber der Wagen ist unfassbar laut, auf der Autobahn sogar dreimal lauter als im Stadtverkehr. Bei längeren Fahrten stört es irgendwann sehr, dass man das Radio nicht mehr hören kann. Auch aus Sicht der Umwelt ist es sinnvoller, den Mustang nur als Schönwetterfahrzeug zu nutzen. Das habe ich für ihn getan: Ich habe ihn lange gesucht. Ich wollte immer ein 67er oder 68er Fastback in Schwarz und mit Deluxe-Innenausstattung haben. Nur in diesen Modelljahren geht das Heck bis zum Kofferraum und ist damit wesentlich bulliger als der Vorgänger von 1965 und 1966, bei dem das abfallende Heck nur etwa bis zur Hälfte des Kofferraums reicht. Es war nicht einfach, mein Traummodell zu finden. Ich habe immer wieder Autos gefunden und dann Gutachten über ihren Zustand anfertigen lassen, aber nie waren die Gutachten richtig zufriedenstellend. Als dann endlich der richtige Wagen angeboten wurde, war ich mir nicht mehr ganz sicher, ob ich ihn wirklich nehmen sollte. Ich hab einfach kalte Füße bekommen, als der Moment endlich gekommen war, auf den ich jahrelang gewartet hatte. Meine Frau sagte dann: Philipp, hör auf nur davon zu reden – mach es! Dann war alles klar. Das haben wir erlebt: Die Jungfernfahrt war etwas problematisch. Ich hatte den Wagen von einem Händler in Bremen abgeholt und kurz vor Köln platzte ein nagelneuer Schlauch der Servolenkung. Es hat tierisch gequalmt und es ist im Motorraum sogar eine kleine Flamme entstanden. Der Händler war sehr kulant, hat den Wagen abschleppen lassen, repariert und mir auf einem Anhänger wieder vor die Haustür gebracht. Aber mir sind auch sehr viele schöne Sachen passiert. Als ich einmal an einer Waschanlage den Mustang per Hand wusch, parkte neben mir auf einmal ein Dodge Charger, wie er ebenfalls in dem „Bullit“-Film vorkommt. Darin verfolgt quasi mein Auto mit Steve McQueen am Steuer den Bösewicht im Dodge Charger. So standen die beiden Filmikonen also plötzlich nebeneinander. Einfach Hammer. Das haben wir vor: Hegen, pflegen und liebhaben. Ich werde versuchen, den Mustang in Schuss zu halten und zu fahren. Ich habe mir auch vorgenommen, öfter Oldtimer-Treffen zu besuchen. Zuletzt war ich zum ersten Mal bei den Classic Days auf Schloss Dyck. Allein das Einparken neben einem weiteren Mustang Fastback fand ich wunderbar.
FORD MUSTANG FASTBACK
Baujahr: 1967,
Hubraum (ccm): 4660 ccm,
PS: 200,
Zylinder: V8,
km/h (max.): 200,
Verbrauch: ca. 14 Liter,
Gebaute Exemplare: 113 000 ,
Neupreis: ca. 18 000 DM,
ALTE LIEBE ROSTET NICHT
Viel Chrom glänzt an der Seitenlinie. Fotos: Thomas Banneyer
Das „knackige“ Heck
Der Mustang sorgt auch noch nach mehr als 50 Jahren für Aufsehen. Klassische Instrumente und Holzlenkrad (o.); V8 mit Blubbersound (u.).