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Dunkle JahreszeitEinbruchssaison beginnt – Kölner Polizistin erklärt, was wirklich hilft

Viele Kölnerinnen und Kölner haben ein falsches Bild vom typischen Einbrecher, sagt Elke Döhler. Was stimmt, was im Ernstfall zu tun ist, und wo es die meisten Einbrüche gibt.

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21.10.2026, Köln: Die dunkle Jahreszeit ist die Hauptsaison für Einbrecher. Die Polizistin Elke Döhler erklärt im Präventionszentrum der Polizei, was gegen Einbrüche hilft.. Foto: Uwe Weiser

Die dunkle Jahreszeit ist die Hauptsaison für Einbrecher. Die Polizistin Elke Döhler erklärt im Präventionszentrum der Polizei, was gegen Einbrüche hilft.

Es ist sieben Uhr abends, Ende Januar, und im Worringer Pletschbachweg, einer verschlafenen Wohnsiedlung im Kölner Norden, ist es schon längst dunkel, als der Mann über einen Gartenzaun steigt. Mit wenigen Schritten erreicht er die Terrassentür des Hauses, hebelt sie mit wenigen Handgriffen auf und verschafft sich so Zutritt. Wenige Minuten später ist er wieder verschwunden – im Gepäck: Armbanduhren, Schmuck und Bargeld. So oder so ähnlich laufen die meisten Einbrüche in Köln ab: leise, unauffällig und schnell. Und zu Beginn der dunklen Jahreszeit kommt das wieder häufiger vor.

Für viele Menschen geht bei einem Einbruch nicht nur das Hab und Gut in ihrer Wohnung verloren. Ein Einbruch in die eigenen vier Wände kann auch den Verlust des Sicherheitsgefühls bedeuten. „Viele Menschen unterschätzen die psychischen Folgen eines Einbruchs“, sagt Elke Döhler, Polizistin bei der Kölner Polizei und dort zuständig für Kriminalprävention und Opferschutz.

Mehr Tatgelegenheit, mehr Einbrüche

Damit es gar nicht erst so weit kommt, bietet Döhler gemeinsam mit ihrem Team Einbruchschutzberatung im Digitalen Beratungs- und Präventionszentrum der Polizei im Polizeipräsidium in Kalk an. Dort, zwischen Griffgarnituren, Panzerquerriegeln und präparierten Fensterrahmen, berät sie Kölnerinnen und Kölner, die wissen wollen, wie sie ihr Zuhause schützen können.

Mit den kürzeren, dunkleren Tagen kommt es wieder häufiger zu Einbrüchen. Denn im Winter ist es für Einbrecher deutlich einfacher zu erkennen, wo sich eine Gelegenheit bietet, erklärt Döhler: „Das hat mit den Lichtverhältnissen zu tun. Wenn es dunkel ist, können Täter ganz einfach erkennen, wo offenbar niemand zu Hause ist und wo nicht.“ Brennt in der Wohnung kein Licht, ist das für Täter ein erstes Zeichen für eine gute Tatgelegenheit.

Und davon finden Einbrecher in Köln einige: Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 2370 Einbrüche. Nach dem Höchststand im Fünfjahresvergleich 2024 mit rund 3000 Fällen bedeutet das zwar einen deutlichen Rückgang der Zahlen. Doch eingependelt haben sich die Fallzahlen auf einem weiterhin hohen Niveau. In fünf von sechs Kölner Polizeiinspektionen ging die Zahl der Einbrüche gegenüber dem Vorjahr zurück. Die Unterschiede sind aber nach wie vor erheblich: In der urban geprägten Innenstadt mit ihren vielen Geschäften und wenigen Einfamilienhäusern gibt es vergleichsweise wenig Einbrüche (231 im vergangenen Jahr). In der Polizeiinspektion 6 dagegen, die die Stadtteile Kalk und Porz umfasst, gab es 508 Einbrüche. Es ist auch die einzige Inspektion, in der die Zahl der Einbrüche nicht zurückgegangen ist. Dafür handelt es sich aber auch um die einwohnerstärkste Inspektion.

Teure Technik ist nicht das Wichtigste

Bei der effektivsten Prävention gegen Einbrüche gehe es zuallererst nicht um teure Technik, sondern um das richtige Verhalten, so Döhler. Der wichtigste Trick ist simpel: Anwesend sein – oder Anwesenheit vortäuschen, wenn man nicht zu Hause ist. „Sei es mit Licht oder Geräuschen, etwa mit dem Radio oder Ähnlichem. Das würde ich als Erstes empfehlen. Das kann jeder.“ Entscheidend sei dabei, es realistisch zu halten – wer die Rollläden etwa tagelang durchgehend herunterlässt, signalisiert eher Abwesenheit, als sie zu verbergen. Wichtig sei auch, aufmerksam durch die eigene Nachbarschaft zu laufen und verdächtige Personen, die sich seltsam verhalten, anzusprechen oder sie sich zumindest zu merken.

Dass aufmerksame Nachbarn tatsächlich den Unterschied machen können, zeigte sich etwa im August im August-Haas-Weg in Longerich. Nachdem es dort zuletzt mehrfach zu Garagenaufbrüchen gekommen war, werden Anwohner gegen zwei Uhr nachts auf drei dunkel gekleidete Personen aufmerksam, die mit Fahrrädern das Weite suchen. Einer der drei, 28 Jahre alt, lässt sein Rad zurück und flüchtet in ein angrenzendes Waldstück – dort versucht er, sich auf einem Baum zu verstecken. Vergeblich: Diensthündin „Aiko“ spürt ihn auf, der Mann lässt sich widerstandslos festnehmen.

Danach folgt die mechanische Sicherung von Fenstern und Türen. An einer Beispieltür zeigt Döhler eine Griffgarnitur mit einer sogenannten Ziehschutzrosette, die sich vor dem eigentlichen Schließzylinder befindet: „Das ist auch schon der erste Schutz, weil ich nicht direkt an den Zylinder rankomme.“ Als wirksamste Nachrüstlösung für Türen gilt bei ihr der Panzerquerriegel, ein massives Zusatzschloss, das quer über die gesamte Breite einer Tür auf der Innenseite montiert wird – in Kombination mit einer stabilen Sperrbügelfunktion: „Das, was früher Omas Kette war, aber die hält wirklich was aus.“ Bei Fenstern macht ein einfacher Rollzapfen kaum Mühe beim Aufhebeln; Pilzkopfzapfen dagegen erschweren Tätern den Zugang erheblich: „Das hebelt man nicht so ohne Weiteres mit einem Schraubendreher auf. Da müsste man schon mit größerem Gerät kommen.“ Im Endeffekt gehe es darum, dem Einbrecher die Arbeit zu erschweren – und je mehr Verriegelungspunkte man hat, desto besser. Das sei auch wichtiger als teure Smart-Home-Lösungen oder Kameras: „Die Mechanik steht an erster Stelle, weil es am meisten Sinn macht, den Täter so lange wie möglich außen vor zu halten.“ Alles Weitere sei nicht unnötig, aber eher als Bonus zu betrachten, sagt sie.

Noch immer hält sich oft ein falsches Bild vom Täter in den Köpfen, so Döhler: „Die größte Angst der Leute ist, der Einbrecher kommt nachts, ist mit einer Sturmhaube und einer Brechstange unterwegs.“ Die Realität sehe oft anders aus: „Einbrecher kommen eher nachmittags oder abends, wenn man unterwegs ist, etwa auf der Arbeit.“ Statt einer Brechstange reiche meist ein größerer Schraubenzieher, den Täter unauffällig bei sich trügen. Wer einen Einbruch frisch bemerkt, sollte laut Döhler keinesfalls eingreifen, sondern die Polizei rufen. In der Regel haben Einbrecher kein Interesse daran, Gewalt anzuwenden. Sie wollen in erster Linie unentdeckt bleiben. Wenn man sich einem ertappten Einbrecher in den Weg stellt, könnte die Situation aber eskalieren.

Wer auch Wochen nach einem Einbruch noch nicht zur Ruhe kommt, solle sich nicht scheuen, Hilfe zu suchen, sagt Döhler: „Das ist wirklich keine Schande.“ Die Polizei Köln vermittelt Betroffene über ihren Opferschutz an entsprechende Anlaufstellen – und Beratung, damit sich der Einbruch auch nicht wiederholt.