Höhenhaus – Beim Turn- und Sportverein (TuS) Höhenhaus herrscht Feierlaune. Der Verein wurde im Jahr 1919 gegründet und begeht in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Aus diesem Anlass finden am Wochenende 9. und 10. Juni ein Festakt für geladene Gäste sowie ein Pfingst-Fußballturnier von Jugendmannschaften aus Köln und dem Bergischen Land statt.
„Wir sind eigentlich ein Ableger des TV Höhenhaus“, erzählt Vorsitzender Paul Siegfried. Anfang des 20.Jahrhunderts habe sich die Fußballabteilung des TV dann selbstständig gemacht.
Der alte TV Höhenhaus löste sich wenige Jahre später auf und wurde erst 1960 neu gegründet. Viele Jahrzehnte spielte die Mannschaft des TuS auf lokaler Ebene und stieg 1956 in die Bezirksklasse auf. Von dort ging es sechs Jahre lang in die Landesliga Mittelrhein. Seit Ende der 1960er Jahre engagierte sich Karl-Heinz Gillet in Höhenhaus, zunächst als Betreuer, dann als Jugendleiter und schließlich als Präsident. 1967 gelang den Höhenhausern der Aufstieg in die Verbandsliga Mittelrhein, der seinerzeit höchsten Amateurliga. Macher Gillet starb 1997 nach einem Herzinfarkt. Siegfried: „Danach begann eine schwere Zeit, mit einem kontinuierlichen Abstieg verbunden.“ 2005 stieg der TuS in die Kreisliga B ab und wurde prompt in die Kreisliga C durchgereicht. Zwar gelang 2014 der Wiederaufstieg, doch schon ein Jahr später wurden beide Herrenmannschaften aus dem Spielbetrieb zurückgezogen. Damit nicht genug, gab es weitere Schwierigkeiten. Siegfried: „Unsere Anlage befindet sich unmittelbar neben der Autobahn A3.“ Als die in den vergangenen Jahren zwischen dem Kreuz Köln-Ost und der Anschlussstelle Mülheim verbreitert wurde, habe der Verein sehr unter Schmutz und Baulärm gelitten. Vorstandsmitglied Rainer Brandenburg: „Außerdem fehlte uns in dieser Zeit ein durchgängiger Zaun mit dem Ergebnis, dass der Platz und das Vereinsheim stark unter Vandalismus gelitten haben.“
„Wir machen aber andererseits seit mehr als 20 Jahren mit erfolgreicher Jugendarbeit Schlagzeilen“, sagt Brandenburg. Dabei habe der TuS von den engen Kontakten zwischen Gillet und dem damaligen Manager von Bayer 04 Leverkusen, Reiner Calmund, profitiert. Höhenhaus zählte neben Leverkusen und dem 1. FC Köln zu den drei Topadressen am Mittelrhein. 1987 wurde die A-Jugend des TuS Höhenhaus Mittelrheinpokalsieger und qualifizierte sich für den DFB-Junioren-Vereinspokal. Im Jahr 2000 wurde die A-Jugend Mittelrheinmeister und stieg in die seinerzeit erstklassige Regionalliga West auf.
Welchen Wert die Jugendarbeit der Höhenhauser hat, zeigt 1991 ein Besuch des damaligen Trainers von Bayer 04 Leverkusen, Jürgen Gelsdorf, und dem brasilianischen Nationalspieler und Weltmeister von 1994, Jorginho, bei deren Weihnachtsfeier 1991. Auch die beiden aktuellen Spieler des 1. FC Köln Marcel Risse und Marco Höger haben ihre Laufbahn auf dem Höhenhauser Ascheplatz begonnen.
