Immer wieder kam es bei Siegesfeiern der türkischen Nationalelf zum Zeigen des rechtsextremen Grußes.
Erneut Wolfsgruß auf Kölner Straßen?Fachstelle warnt vor türkischem Rechtsextremismus bei WM-Feiern

Der Wolfsgruß ist das Erkennungszeichen der Ülkücü-Bewegung, auch bekannt als „Graue Wölfe“. (Symbolbild)
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Nach der Auftaktniederlage gegen Australien blieb der Autokorso noch aus. Am Samstagmorgen bekommt die Türkei gegen Paraguay die nächste Chance auf den ersten WM-Sieg seit 24 Jahren – auf Kölns Straßen dürften dann wieder zahlreiche Fans feiern, mit Autokorso und Hupkonzert. Die Fachstelle für Türkischen Rechtsextremismus (Fatrex) mit Sitz in Köln warnt davor, dass die Feierlichkeiten erneut von Ultranationalisten vereinnahmt werden könnten und der sogenannte Wolfsgruß wieder auf Kölns Straßen zu sehen sein könnte.
„Wir befürchten, dass es bei der Fußball-WM erneut zu kollektiven ultranationalistischen Ansammlungen kommen wird – in und um die Stadien, aber auch bei den Fans in Deutschland“, sagt Özge Erdogan, Leiterin der Fachstelle.
Wolfsgruß auch auf Kölns Straßen zu sehen
Der Wolfsgruß ist das Erkennungszeichen der Ülkücü-Bewegung, auch bekannt als „Graue Wölfe“. Die türkischen Rechtsextremisten streben eine Art großtürkisches Reich an; Antisemitismus sowie Diskriminierung vor allem von Armeniern und Kurden spielen in ihrer Ideologie eine zentrale Rolle. In Deutschland wird die Bewegung vom Verfassungsschutz beobachtet. Demnach sympathisieren allein in Nordrhein-Westfalen rund 3700 Menschen mit der Ülkücü-Bewegung, bundesweit sind es mehr als 12.000. Köln gilt als eines ihrer Zentren.
Bekannt wurde der Wolfsgruß einem breiten Publikum zuletzt bei der Europameisterschaft 2024: Nationalspieler Merih Demiral zeigte das Zeichen nach einem Treffer im Spiel gegen Österreich und löste damit einen Eklat aus. Später tauchte es auch bei Siegesfeiern auf Kölns Straßen auf. Die UEFA sperrte Demiral daraufhin für zwei Spiele.
„Aufklärungsarbeit ist jetzt besonders wichtig. Viele junge Menschen nutzen rechtsextremistische Symbole und Narrative, ohne überhaupt zu wissen, was sie bedeuten“, so Erdogan. „Es muss ganz klar gesagt werden: Wer den Wolfsgruß zeigt, solidarisiert sich mit Rechtsextremisten.“
Die Fatrex wurde 2025 unter der Trägerschaft des Bundes der Alevitischen Jugendlichen gegründet und dient seither als bundesweite Anlaufstelle zum Thema türkischer Rechtsextremismus.
