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Feier im Excelsior Hotel ErnstEin Hoch auf Konrad Adenauers Wein-Diplomatie

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Konrad Adenauer und Kölner Stadt-Anzeiger: Beides wurde im Excelsior Hotel Ernst gefeiert.

Konrad Adenauer und Kölner Stadt-Anzeiger: Beides wurde im Excelsior Hotel Ernst gefeiert.

Kulinarische Reise anlässlich des 150. Geburtsjahrs von Konrad Adenauer und dem 150-jährigen Jubiläum des „Kölner Stadt-Anzeiger“ in Kölner Hotel.

Zwei Jubiläen und eine stimmungsvolle kulinarische Zeitreise an zwei Abenden. Mehr als 300 Gäste feierten am Freitag und Samstag im Excelsior Hotel Ernst den 150. Geburtstag Konrad Adenauers und das 150-jährige Bestehen des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Zu diesem doppelten Anlass kreierten Küchenchef Lars Wolf und sein Team der „Hanse Stube“ die Menüfolge des legendären Banketts, das der damalige Bundeskanzler Adenauer am 11. September 1955 in Moskau für KP-Chef Nikita Chruschtschow und die sowjetische Führung ausrichten ließ – ein diplomatisches Kalkül inklusive.

Joachim Frank moderierte durch die beiden Abende.

Joachim Frank moderierte durch die beiden Abende.

In den schwierigen Verhandlungen über die Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen aus sowjetischer Haft kam dem Kanzler aus Köln seine Kennerschaft deutschen Weins und die von ihm gepflegte „Weindiplomatie“ zu Hilfe. Adenauer ließ der Sowjetspitze unter anderem einen weltberühmten Mosel-Riesling servieren: den Bernkasteler Doctor von den Weingütern Wegeler. „Mit exzellentem Wein und ausgesuchter Gastlichkeit erwies Adenauer den Sowjets die Ehre“, erläuterte Daniel Deckers.

Kanzlerenkel Patrick Adenauer (l.) und Weinhistoriker Daniel Deckers

Kanzlerenkel Patrick Adenauer (l.) und Weinhistoriker Daniel Deckers

Der Weinhistoriker und langjährige FAZ-Redakteur stellte zwischen den Gängen des Fünf-Gänge-Menüs zusammen mit Moderator Joachim Frank, Chefkorrespondent des „Kölner Stadt-Anzeiger“, kenntnisreich und unterhaltsam Verbindungslinien zwischen Kulinarik und Machtpolitik in einem entscheidenden Moment der Nachkriegsgeschichte her. Die „Sprache des Weins“ habe nicht unerheblich zum Erfolg von Adenauers heikler Moskauer Mission beigetragen, sagte Deckers.

Der Jubiläumswein „Cuvée Adenauer“

Der Jubiläumswein „Cuvée Adenauer“

In der Folge des „Moskauer Menüs“ hellte sich die Stimmung zwischen den Verhandlungsparteien auf. Schon wenige Tage später kehrten die ersten der 10.000 Kriegsgefangenen sowie mindestens 100.000 verschleppten deutschen Zivilisten heim – „für Adenauer einer seiner größten Erfolge – auf internationalem Parkett, vor allem aber in der Wahrnehmung der Deutschen.“ Als Zeitzeugen bereicherten Adenauer-Enkel Patrick Adenauer und die 95 Jahre alte Katja Nordmann-Mörike, die als junge Dolmetscherin 1955 zur deutschen Delegation in Moskau gehört hatte, das Gespräch. „Das waren Gänsehaut-Momente“, sagte Joachim Frank. „Vor dem Tag der deutschen Einheit und passend am Tag selbst ist ein Stück Geschichte auf ganz besondere Weise lebendig geworden.“

Mehr als 300 Gäste feierten an beiden Abenden mit.

Mehr als 300 Gäste feierten an beiden Abenden mit.

Mit einer weiteren Weinlegende, dem Kiedrich Gräfenberg vom Weingut Robert Weil im Rheingau, stießen die Gäste zum Schluss auf die Jubilare an – Konrad Adenauer und den „Kölner Stadt-Anzeiger“. Teil der Weinbegleitung war auch der Jubiläumswein des „Kölner Stadt-Anzeiger“ – die eigens zu diesem Anlass kreierte „Cuvée Adenauer“, eine Spätlese aus exzellenten Einzellagen an der Mosel, ebenfalls von den Weingütern Wegeler. Der Jubiläumswein für 14,90 Euro ist unter diesem Link erhältlich, aber auch im Kölner Weinkeller zu finden.