Weidenpesch/Niehl – Die Überraschung hat perfekt funktioniert. Kurz nach 21 Uhr marschierten 25 Mitglieder der „Neehler Ahl Heere“ in die Wohnung von Familie Beck an der Jesuitengasse ein. Und sie hatten ganz besondere Gäste mitgebracht: die vier Jungs der Kölschrock-Band „Kuhl un de Gäng“. Sie hatten sich den Abend eigens freigehalten und waren von einem vorherigen Konzert in Düsseldorf hierher geeilt. Schnell wurden Knabbereien und Kölsch angeschleppt, und das private Wohnzimmerkonzert für Sarah Beck und ihre Familie konnte beginnen. Die Stimmung war riesig, und nach einem dreiviertelstündigen Konzert, etwa mit „Die schönste Mädcher han mir“, „Nit vun dieser Welt“, „Laut“ und „Ich han dä Millowitsch jesinn“ ging die Hausparty noch lange weiter.
„Wir haben uns gedacht: Wer hat schon so coole Freunde wie du?“, sagte Leadsänger und Gitarrist Hubert Pieper zu Sarah. „Deshalb haben wir uns überlegt, unser Wohnzimmerkonzert neu aufzulegen.“ Die 26-Jährige war vor einiger Zeit schwer erkrankt und ist seitdem auf ihren Rollstuhl angewiesen; für die Familie ist es eine schwierige neue Situation und eine harte Umstellung im Alltag. Der Hintergrund: Im Vorjahr hatten Kuhl & de Gäng ein Wohnzimmerkonzert unter ihren Fans verlost. Um Sarah zu überraschen, hatten auch die Ahl Heere teilgenommen. Sie hatten zwar bei der Verlosung, die am Elften im Elften stattfand, zunächst kein Glück – doch angesichts des außergewöhnlichen Falls entschloss sich das „Kuhl un de Gäng“-Quartett, noch ein Konzert draufzulegen. „Solche Freunde zu haben ist schon einzigartig. Bleibt alle, wie ihr seid!“
„Wir waren es zwar bei der Verlosung nicht geworden, aber umso schöner war es dann, die Videobotschaft von der Band zu bekommen, dass es für Sarah ein zweites Konzert geben wird“, erzählte Ahl-Heere-Mitglied Ralf Leger.
In diese Pläne war zuvor nur Sarahs Mutter eingeweiht; Leger ging vorher zur Familie, um – angeblich – Details zum Niehler Veedelszoch zu besprechen. Während die Band im „Anflug“ auf Köln war, ging man dann gemeinsam zur Wohnung. Am Ende war die Freude bei allen riesengroß. „Es ist einfach die geilste Band – und es sind wirklich echte Jungs aus dem Leben“, lobte Mike Schöninger.
Hubert Pieper
