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FluglärmMessstation im Keller

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Großes Transparent der Initiative gegen den Fluglärm in Marienburg

  1. Initiative wehrt sich gegen Krach in der Nacht – Grenzwerte ständig überschritten

Marienburg – Eigentlich ist Marienburg ein ruhiger Wohnort. Eigentlich, denn seit Jahren ärgern sich einige Bewohner über Fluglärm, vor allem nachts. „Tagsüber müssen wir es hinnehmen“, sagt Hilmar Orth, Geschäftsmann und Bewohner des Viertels.

Orth gehört zur Initiative, die gegen den Fluglärm im Kölner Süden protestiert. Den Mitgliedern geht es, wie Orth sagt, vor allem um den nächtlichen Fluglärm. Zwischen drei und fünf Uhr morgens sei es besonders schlimm. Dann heben die großen Frachtmaschinen am Köln/Bonner Flughafen ab.

In der Tat sind die Flieger über dem Viertel sehr gut zu hören. Sie fliegen nicht permanent über Marienburg, aber immer dann, wenn sich die Windrichtung ändert. Es sei die sogenannte Westroute, die die Marienburger belaste, sagt Orth. Er hat eine Fernbedienung für seine elektrischen Fenster: „Ich nutze sie fast jede Nacht.“ Aber er weiß, dass viele Nachbarn unter dem nächtlichen Fluglärm sehr leiden und durch den daraus folgenden Schlafmangel erste gesundheitliche Beeinträchtigungen haben.

Fotos: Wächter

Orth hat eine eigene Lärmmessstation im Keller seines Hauses. Die Werte würden ständig überschritten. In Wohngebieten liegt die Grenze laut Umweltbundesamt tagsüber bei 59 Dezibel, nachts bei 49 Dezibel. Das Messgerät von Orth zeigt nachts 65, zum Teil sogar über 70 Dezibel an. Dass sich einige Bewohner wie Orth jetzt dagegen wehren hat seinen Grund. Für die Erweiterungen des Flughafens hat es nie ein Planfeststellungsverfahren gegeben. Erst damit besteht für die Anwohner die Möglichkeit, Einwände einzubringen. Und das haben sie getan.

Etwa 60 Einwände formulierte die Marienburger Initiative, insgesamt kamen nach Aussage der zuständigen Düsseldorfer Bezirksregierung etwa 15 800 kritische Stimmen zusammen und 43 Stellungnahmen von Behörden und Vereinigungen. Diese würden derzeit ausgewertet und die Sachargumente dann dem Flughafen zur Stellungnahme zugeleitet.

Ein Prozedere, das sich zieht. Orth lehnt sich trotzdem entspannt zurück. Er scheint zuversichtlich, dass er und seine Mitstreiter etwas Bewegung in die Sache bringen können. Immerhin werden sie von dem Fachanwalt Bernhard Schmitz aus Frankfurt vertreten. „Er hatte schon das Nachtflugverbot in Frankfurt durchgesetzt. Überlegen Sie mal – in Frankfurt“, sagt Hilmar Orth und will damit die Expertise und die möglichen Erfolgsaussichten des Rechtsanwaltes unterstreichen.

Fotos: Wächter

Schmitz unterstützte die Initiative bereits in der ersten Phase des Planfeststellungsverfahrens, in Phase zwei, bei der die Pläne und Einwände erörtert werden, sei die Anwesenheit des Anwalts äußerst wichtig. Geplant ist eine solche Veranstaltung für Montag, 17. September, in den Sartory-Sälen. „Es wird sich dabei herausstellen, ob der Flughafen bereit ist, im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens bislang fehlende Umweltverträglichkeitsgutachten beizubringen oder ob wir klagen müssen.“