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Fragen An: Stefan Ebert"Das Abebben der Aktivitäten im Dorf ist sehr bedenklich"

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  1. Stefan Ebert über Probleme im Stadtteil

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Herr Ebert, Sie sind berufstätig und studieren. Haben Sie überhaupt noch Zeit, sich als Goding-Vorsitzender zu engagieren?

Es ist tatsächlich eine deutliche Mehrbelastung. Aber ich fühle mich mit Godorf und mit Goding verbunden. Schon mein Großvater war beim Verein aktiv. Ich selbst bin 2015 eingetreten, war zunächst Schatzmeister. Mit meinem Stellvertreter Horst Faller habe ich viel Unterstützung. Er hat einen sehr guten Draht zu den Godorfern und zu den Vereinen, zum Beispiel zu den Schützen, die eine wichtige Rolle in Godorf spielen. Als erstes will ich versuchen, dass wir für 2018 ein Sommerfest zustande bringen.

Stefan Ebert

Wofür steht Goding?

In erster Linie für den Erhalt und die Verschönerung des Ortes. Aber wir sind auch Ansprechpartner und "Meckerecke" und eine Art Kommunikationskanal zwischen Bürgern und der angrenzenden Industrie. Vor allem zu Lyondell-Basell haben wir gute Kontakte. Vor kurzem hat der Chemie-Konzern unserer Interessengemeinschaft 5000 Euro gespendet. Das Geld geben wir ans Dorf und die Vereine weiter.

Godorf ist ein kleiner Stadtteil mit großen Problemen. Könnte man das so sagen?

Sehr bedenklich ist das Abebben der Aktivitäten im Dorf. Unser einziger Supermarkt hat vor kurzem zu gemacht, wir haben außer dem Restaurant Godorfer Mühle und einem Steakhaus keine Lokale. Goding hat nur wenige tatsächlich aktive Mitglieder und keinen Nachwuchs. Das ist auch ein Grund, warum ich mich als junger Mensch für Godorf einsetze. Natürlich sind wir von Großindustrie wie Shell, Lyondell-Basell, dem Hafen umzingelt. Entsprechend sind wir direkt und hautnah von Vorfällen betroffen, ich denke nur an den Naphtha-Schaden 2015 bei Basell oder andere Umweltereignisse bei Shell. Daran sind aber die Godorfer gewöhnt, so hart das auch klingt.

Was braucht Godorf?

Einen attraktiven Versammlungs- und Anlaufort, der von allen Godorfern, vor allem auch von jungen Leuten angenommen wird. Dann käme auch wieder neuer Schwung ins Dorf und ins Vereinsleben. Davon bin ich überzeugt. Schließlich wird derzeit viel gebaut, zum Beispiel an der Buchfinkenstraße. Eine neue Kita wurde vor kurzem eröffnet, die Grund- und die Realschule laufen gut. Das sind die positiven Trends.

Zur Person

Stefan Ebert ist seit März dieses Jahres der erste Vorsitzende der Godorfer Interessengemeinschaft Goding e.V.. Der 30-jährige Immobilienkaufmann und Student für Wirtschaftsrecht ist in Godorf geboren und aufgewachsen. Inzwischen lebt er in Innenstadt, kümmert sich dennoch um die Belange in Godorf, wo seine Familie wohnt. (süs)