Köln – Der fragwürdige „Spitzenreiter“ ist das so genannte Boki-Mobil, ein Multifunktionsfahrzeug im Dienste des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik: acht Jahre alt, gerade mal 14.800 Kilometer gefahren. 2012 stand das Fahrzeug 86 Tage in der Werkstatt, im vorigen Jahr sage und schreibe 144 Tage.
Ein Wagen des Straßenkontrolldienstes ist 2013 insgesamt 26 Tage lang ausgefallen, ein Straßenunterhaltungsfahrzeug 43 Tage. „Diese langen Stillstandszeiten sind für uns ein ständiges Diskussionsthema mit den Abfallwirtschaftsbetrieben“, sagte Amtsleiter Klaus Harzendorf in der letzten Sitzung des Verkehrsausschusses. Das führe nicht nur dazu, dass sich die Behebung von Straßenschäden verzögere – „jeder reparaturbedingte Ausfalltag kann zu unproduktiven Personalkosten von 494,90 Euro führen“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage zum Kauf von insgesamt sechs neuen Fahrzeugen für das Amt. Kosten: rund 660.000 Euro.
Hoch spezialisierte Fahrzeugtypen
Die AWB warten und reparieren in ihrer Werkstatt den größten Teil des städtischen Fuhrparks – nach den Worten von Abteilungsleiter Bert Schröer rund 500 eigene Fahrzeuge und etwa 1700 von verschiedenen städtischen Dienststellen, aber auch etwa der Rhein-Energie. „Bis vor einem Jahr hatten wir auch erhebliche Probleme mit den langen Ausfallzeiten“, sagt Joachim Bauer, stellvertretender Leiter des Grünflächenamtes. „Aber die sind inzwischen gelöst.“
Bei Ordnungsamt und dem Amt für Brücken und Stadtbahnbau heißt es ebenfalls: Im Großen und Ganzen keine Klagen. „Wir haben größtes Interesse, unsere Kunden zufriedenzustellen“, betonte AWB-Geschäftsführer Ulrich Gilleßen. Er räumte ein, dass es in der Vergangenheit zeitweise personelle Engpässe gegeben habe, verweist aber vor allem auf die sehr unterschiedlichen, zum Teil hoch spezialisierten Fahrzeugtypen, mit denen es die 50 Monteure in der Werkstatt zu tun hätten: Kehrmaschinen, Flächenmäher, Teleskoplader, Streufahrzeuge, Friedhofsbagger, Laubsauger und viele mehr. Fahrzeuge und Aufbauten stammten oft von unterschiedlichen, zum Teil sehr kleinen Herstellern; die Ersatzteilbeschaffung sei zum Teil sehr zeitaufwendig. „Das ist nicht so wie beim Golf an der Ecke“, sagt Schröer, „wird reden da über eine andere Welt.“
Der Abteilungsleiter spricht aber von einem „kontinuierlichen Verbesserungsprozess“ der Abläufe in der Werkstatt: durch regelmäßige Schulungen der Monteure, Veränderungen bei der Lagerwirtschaft und der Materialverfügbarkeit, beim Reklamationsmanagement und bei der Fehlerdiagnose, für die immer spezialisiertere Geräte zur Verfügung stünden. Und durch regelmäßige Gesprächsrunden mit den betroffenen Ämtern. Dabei, so Schröer, drängten die AWB so weit dies möglich sei auf eine sukzessive Standardisierung des Fuhrparks.
