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CoronaKölner Gesundheitsamt sieht erste Anzeichen für Auswirkungen des Karnevals

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Nicht jeder, der wollte, hat es am Donnerstag auf die Zülpicher Straße geschafft.

Köln – Das Kölner Gesundheitsamt sieht Anzeichen dafür, dass die Karnevalsfeiern das Corona-Infektionsgeschehen in der Stadt vorangetrieben haben könnten. „Der Anstieg ist besonders ausgeprägt in der Altersklasse von 20 bis 29 Jahren. Dies kann ein Anzeichen für Ansteckung im Zusammenhang mit Karneval sein“, heißt es am Donnerstag aus dem Gesundheitsamt, nachdem sich die Stadt am Mittwoch zunächst nicht zu einem möglichen Zusammenhang zwischen steigenden Infektionszahlen und den Karnevalstagen äußern wollte.

Nun aber deutet sich mit Blick auf die Zahlen ein Trend an. Laut Landeszentrum Gesundheit verlief die Entwicklung der Corona-Inzidenzen in Köln und Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Wochen fast parallel: Um den 10. Februar war der Anstieg jeweils gebrochen. Seither sinkt die Inzidenz täglich – und rasant. In Nordrhein-Westfalen hielt der Trend auch über die laufende Woche an, in Köln hingegen stieg die Inzidenz von Dienstag zu Mittwoch von 1060 auf einen Wert von 1116. Am Donnerstag sank sie zunächst wieder auf 1086.

Rasant steigende Inzidenzen bei jungen Erwachsenen in Köln

Mit Blick auf die Altersgruppen ergibt sich für Köln ein differenziertes Bild: Während die Zahlen in fast allen Kohorten von Dienstag bis Donnerstag der laufenden Woche sanken oder in etwa stagnierten, ist bei 20-29-Jährigen und 30-39-Jährigen ein erheblicher Anstieg zu erkennen.

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Die Sieben-Tage-Inzidenzen stiegen bei den Gruppen, die als Hauptpublikum der Karnevalskneipen gelten, von 1466 auf 1876 (20- bis 29-Jährige) und von 1294 auf 1483 (30- bis 39-Jährige).

Kölner Karneval: Gesundheitsamt will Auswirkungen untersuchen

„Das Gesundheitsamt wird dies weiter beobachten und analysieren“, sagte eine Stadtsprecherin am Donnerstag. Köln verzeichne derzeit tendenziell einen Anstieg der Fallzahlen. Der Karneval ist aus Sicht der Stadt aber längst nicht der einzig denkbare Grund. „Modellierer hatten das für ganz Deutschland ab Ende Februar prognostiziert“, betont die Sprecherin. „Ein Grund dafür liegt in der stark zunehmenden Ausbreitung des Omikron-Subtyps BA.2, der sich noch schneller verbreitet als der bislang dominierende Subtyp BA.1.“

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Laut dem Kölner Labor Wisplinghoff mache BA.2 mittlerweile 50 Prozent aller Infektionen aus. Doch die Stadt räumt ein, dass „auch das Freizeitverhalten einen Einfluss auf das Infektionsgeschehen hat“. Mit anderen Worten: Ganz ohne gesundheitliche Folgen ist die Session nicht geblieben.

Wie weitreichend die Folgen sind, ist bislang jedoch nicht abzusehen. Für eine epidemiologische Bewertung der Feiern muss die Entwicklung der kommenden Tage und Wochen abgewartet werden. Der Kölner Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wollte die Zahlen aus der Stadt auf Anfrage am Donnerstag nicht kommentieren.

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