- Ausstellung mit kritischer Kunst zu Donald Trumps Präsidentschaft
Ehrenfeld. Eigentlich reichte Katja Struif den vielleicht unappetitlichsten Beitrag zum Künstler-Wettbewerb "Kann Kunst als zahnloser Tiger Trump beißen?" ein. Doch die 51-jährige Kölnerin gewann damit den Preis der Jury - immerhin 500 Euro. Eine schimmlige Scheibe Schinken, auf der das Konterfei des US-Präsidenten schemenhaft zu erkennen ist, schickte sie an Organisatorin Clementine Klein, die fast 150 Beiträge zu dieser Schau entgegennehmen konnte.
Das Blau des Schimmels bildet mit den roten und weißen Streifen des Schinkens eine US-Flagge. Als typische blonde Donald-Trump-Haartolle war eine Daunenfeder zur Hand. Da klingt die Erklärung der Künstlerin, wie ihr die Idee für das kleine, hintersinnige Werk kam, durchaus nachvollziehbar: "Es fiel mir sozusagen im Traum kurz vor dem Aufwachen ein. Ganz plötzlich war die Vorstellung da, und ich habe sie rasch umgesetzt", schilderte Katja Struif .
Einen Abend lang wurden die kleinformatigen Kunstwerke im Kulturbunker Körnerstraße 101 ausgestellt. Petra Bossinger, Jurorin und Mitglied des Bunker-Förderkreises, zeigte sich überzeugt: "Es gibt keinen besseren Ort für diese Ausstellung." Der während des Zweiten Weltkriegs erbaute Bunker war nach dem Krieg als Atom- und Katastrophenschutzraum vorgesehen. Die Erdgeschossräume wurden baulich so hergerichtet, dass Ausstellungen und sonstige kulturelle Veranstaltungen stattfinden können.

Katja Struifs Schimmel-Schinken
Copyright: Roesgen
Zusätzlich zum schon vergebenen Jurypreis folgt der Künstlerpreis, bei dem die Teilnehmer untereinander über die aus ihrer Sicht gelungenste Arbeit abstimmen. Außerdem wird es einen Publikumspreis geben. Dafür konnten die rund 50 Besucherinnen und Besucher im Bunker Körnerstraße ihre Stimme abgeben. Ausgezählt wird der Inhalt der Wahlurne jedoch erst später. "Wir werden weitere Ausstellungen organisieren. Die nächste ist am 20. und 21. Januar im Kultureck Otto2 in Düsseldorf", sagt Organisatorin Clementine Klein. Auch dabei wird das Publikum um Stimmabgabe für seinen Favoriten gebeten. "Auf diese Weise erhalten wir am Ende ein wirklich repräsentatives Ergebnis", hofft Clementine Klein.
Die Bandbreite der aus der gesamten Bundesrepublik per Post und Mail eingegangenen Beiträge zeigte sich in einem Dutzend Rahmen, die an den nackten Betonwänden des Bunkers aufgehängt waren. Der Rundgang kostete durchaus Konzentration, der sich die Besucher aber gern unterzogen. Abgeschlossen wurde das Trump-Kunst-Event mit einer scheppernden Klangperformance an asiatischen Gongs von Bettina Boos u nd Uwe Schaale.
