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Ihre Lieblichkeit will nun doch keinen Bart

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Sürth – „Vielleicht gehe ich auch als Conchita Wurst in die Session?“ Wenn Christian Buchmüller diesen Satz von sich gibt, hat das eine vergleichsweise spannende Bedeutung; denn der 38-Jährige wird im Dreigestirn der Altgemeinde Rodenkirchen 2019/20 die Rolle der Jungfrau übernehmen. Christian Buchmüller ist zwar kein Sänger, wie die bärtige Dragqueen Conchita Wurst, die den Eurovision Song Contest 2014 gewann. Aber er trägt Bart und präsentiert sich als Frau, zumindest vorübergehend. Seine Aussage, dass er vielleicht als bärtige Jungfrau Chrissi – quasi als Dragqueen – auftreten will, ist aber nicht ganz so ernst gemeint und er korrigiert sie noch im selben Atemzug – damit sich das das Festkomitee nicht mit der Frage beschäftigen müsse, wie er augenzwinkernd meint. „Es wird eine Rasur geben“, sagt der 38-Jährige.

Jedenfalls beweist Chrissi, dass sie/er genügend Humor für den Job hat. Christian Buchmüller ist der Jüngste im designierten Dreigestirn, das in dieser Session von der KG „Löstige Öhs“ aus Rondorf gestellt wird. Im Sürther Hotel Restaurant Maasen stellte der Vizepräsident des Festkomitees der Altgemeinde, Joachim Schönenberg, traditionell das neue Trifolium einem ausgewählten Kreis von Vertretern aus Politik und Gesellschaft vor.

Prinz Stephan I., Stephan Albrech, ist 59 Jahre alt, verheiratet, hat vier Kinder. Geboren ist er im Kölner Vringsveedel. Schon als Kind hat er dem Rosenmontagszug vom Fenster aus zugeschaut. Beruflich hat er mit Geld zu tun, er ist Vorstandsvorsitzender der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung. Daneben reist er gern, ist Mitbegründer des Vereins „Kölsche Jecke für Joode Zwecke“ und engagiert sich für die Nachbarschaftshilfe Kölsch Hätz. „Wir freuen uns wahnsinnig auf die Sitzungen“, sagt er, vor allem in die Krankenhäuser, Seniorenheime und Kitas wolle das Dreigestirn Freude bringen. Er bedankte sich im Namen von Bauer und Jungfrau vor allem auch bei den eigenen Ehefrauen für ihr Verständnis. „Sie unterstützen uns darin, dass wir, die wir ein wenig bekloppt sind, das durchziehen können“, betont der Prinz in seiner Antrittsrede.

Bauer Lutz, Lutz Schmiedel, ist gebürtiger Ostwestfale und seit 2015 Geschäftsführer der KG „Löstige Öhs“. Als Polizeibeamter beim Land NRW ist er im Führungsstab für die Technik bei Großeinsätzen zuständig. Der 60-Jährige hat Frau und zwei Kinder, reist ebenfalls gern, fotografiert, mag Musik – „und er kann gut tanzen“, sagt Joachim Schönenberg. Lutz Schmiedel wird auch der Fred Astaire von Rondorf genannt.

Jungfrau Chrissi, Christian Buchmüller, kam als letzter zum jecken Trio. „Man hatte mich angefragt, und das ist dann wie bei der Mafia – man kann nicht ablehnen“, meint er erneut mit viel Humor. Der promovierte Jurist kommt aus Haan im Kreis Mettmann, hat in Oklahoma, Schottland, Köln und München gelebt. Beim Karneval feiern lernte er seine Frau im Vringsveedel kennen, sie kam ausgerechnet aus Rondorf, wo er inzwischen Mitglied der Öhs geworden ist. Beruflich ist er stellvertretender Pressesprecher im NRW-Finanzministerium.

Die Gaststätte zur Alten Post in Rondorf wird zur Hofburg umgerüstet. Prinzenführer ist Wilfried Widdig, seine Adjutanten sind Guido Ecker und Olaf Glassl, ebenfalls von der KG Löstige Öhs. Die Proklamation wird am Samstag, 11. Januar, um 19 Uhr in der Turnhalle der Anne Frank Schule gefeiert nach dem Motto: „Met Klein un Groß, met Jung un Alt, fiere mer hück d“r Karneval. Drum losst uns danze, höppe, springe, zesamme unsre Leedscher singe. Un sin mer och nit all vum kölsche Blod, de Haupsaach es et Hätz es jot!“