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Fiasko: Wenn man dem Duden vertraut ist das ein Misserfolg, ein Fehlschlag oder ein Reinfall. Ganz anders bei der gleichnamigen Kölschrock-Band, die ihrem Namen mit einem Ausrufezeichen Nachdruck verleiht. Inspirationsquelle für den kurzen und griffigen Namen war ein gleichnamiges Lied von den Ärzten. So wie ihr Bandname Spielraum für Interpretation lässt, sind auch ihre Songs vielseitig. Ihre Lieder ziehen das Publikum sofort in ihren Bann und lassen die Fans mitsingen. Einige Balladen sind ruhiger, fast schon nachdenklich gestimmt.

Doch eins zieht sich durch alle Lieder von F!ASKO. Obwohl keines der Bandmitglieder in der Domstadt aufgewachsen ist, ist die DNA der Band unverkennbar mit ihr verknüpft. Die vier Jungs identifizieren sich stark mit Köln und wissen die Vorzüge der Stadt zu schätzen: „Für uns ist das Geniale hier die Vielfalt“, erklärt Gitarrist Henning Becker. „Das gilt nicht nur für die Vielzahl an Musikern, sondern auch für Kultur und Bewohner dieser Stadt.“ So könne jeder seine ganz eigene Sparte finden und seine Individualität entfalten – das sei nicht überall in Deutschland so leicht.

Diese Vielseitigkeit spielt auch in den Liedern der Gruppe eine große Rolle – auch wenn der Markenkern rockig-poppige Musik kölscher Mundart bleibt. Von Partykrachern über Balladen ist bis zur Nonsens-Hymne „Coconut-Banane“ für alles gesorgt. Ein besonderes Augenmerk legen F!ASKO dabei auf die Verbindung zum Karneval. Das ist ihnen nach einem Neuanfang wichtig gewesen: „Ab 2009 sind wir zuerst als Cover-Rockband unter dem Namen «Radioplan» aufgetreten“, erinnert sich Daniel. „Das lief gut, fünf Jahre später haben wir beschlossen, unsere eigene Musik zu spielen – da war direkt klar, dass es op Kölsch sein muss.“

Den einen oder anderen Tiefpunkt zu Beginn hat die Band gut verkraftet. Heute zieht die Truppe mit viel Herzblut ihre Hörerschaft vor allem in und um Köln in ihren Bann – auch außerhalb der Kernzeit des Kölner Karnevals. So sind F!ASKO häufig bei Veedels-Events zu sehen und zu hören, oftmals in der Kölner Südstadt. „Uns ist der direkte Kontakt zum Publikum wichtig. Das schätzen wir sehr an den Auftritten während der Session“, so Bassist Dirk Fussel. „Selbst als wir noch ganz neu im Geschäft waren, ist das Publikum voll mitgegangen – das ist eine Offenheit und Atmosphäre, die einfach Spaß macht!“

Dabei war der Weg in die Karnevalsmusikszene für die Vier alles andere als einfach. Disziplin, das haben sie schnell gemerkt, ist im vermeintlich lockeren Geschäft der fünften Jahreszeit das A und O. „Da sind wir am Anfang ziemlich blauäugig rangegangen. Aber wir haben schnell gemerkt, was alles dazugehört“, erinnert sich Daniel. „Trotzdem hat es uns sofort riesigen Spaß gemacht, deshalb sind wir drangeblieben und haben uns verbessert.“

Die größte Herausforderung waren dabei – gerade im Karnevalsgeschäft – die Aufbauzeiten auf der Bühne. Alles muss perfekt vorbereitet sein, damit der Auftritt sofort starten kann. Kein Problem für die routinierte Crew von F!ASKO, wie der Bandrekord im Gürzenich beweist. „Nach nur 17 Sekunden war alles aufgebaut“, erinnert sich René Jungbluth. „Was auch nötig war, denn bei unserem ersten Auftritt dort sind wir wegen Verkehrschaos zu spät angekommen.“

Das Erlebnis im Gürzenich soll aber nicht F!ASKOs denkwürdigster Augenblick bleiben – ein halbes Jahrzehnt nach ihrem ersten Album „Jetzt jöh“ bringt die Gruppe nämlich ihre neue Platte „Portrait“ raus. Darauf hat die Band aus insgesamt 200 Songideen eine Auswahl von 15 Titeln gesammelt, mit der sie, passend zum Titel des Albums, ihr wahres Gesicht zeigen will. „Unser neues Album soll die Entwicklungen der letzten Jahre wieder spiegeln“, resümiert Dirk. „Und wir sind gespannt, wie «Portrait» beim Release ankommen wird.“

STECKBRIEF

Daniel Müller (35, Gesang & Gitarre), Dirk Fussel (38, Bass), Henning Becker (28, Gitarre) und René Jungbluth (26, Schlagzeug) spielen vielseitigen Kölschrock: Trostspender, Mutmacher oder Feiermusik – für alle Lebenslagen findet sich etwas in ihrem Repertoire. Ursprünglich kommen die Vier aus dem Ahrtal, aus Meckenheim und Bad Neuenahr. Bis auf Daniel, der in Bonn wohnt, leben jetzt alle in Köln. Hauptberuflich ist allein René im Musikbereich als Lehrer unterwegs. Die anderen sind Maschinenbauingenieur, IT-Techniker und Malermeister – auch wenn die Musik für sie mittlerweile den größten Teil ihrer Freizeit ausmacht. Nächster Auftritt: Am morgigen Freitag, 18.Oktober, ab 20 Uhr im Gloria-Theater, Apostelnstraße 11, 50667 Köln.

www.fiasko.org

www.facebook.com/fiaskoband/

Die vier Kölsch-Rocker von F!ASKO Foto: Joachim Neubauer

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