Köln – An einem Montagmorgen im Juni vergangenen Jahres rast um 7.47 Uhr ein Autofahrer mit Dürener Kennzeichen über die Aachener Straße in der Kölner Innenstadt. In Höhe des Aachener Weihers blitzt es. 140 Kilometer pro Stunde misst die Anlage, nach Abzug der Toleranz sind das immer noch 85 mehr, als erlaubt. Die höchste Geschwindigkeitsüberschreitung, welche die Stadt Köln im Jahr 2017 messen wird.
Allerdings kein Einzelfall, wie die Daten der städtischen Geschwindigkeitsüberwachung zeigen, die der Kölner Stadt-Anzeiger jetzt erstmals detailliert auswerten konnte. Auch auf der Severinsbrücke wurde ein Spitzenwert von 131 Stundenkilometern gemessen, auf der Straße Am Vorgebirgstor in Zollstock waren es 128, jeweils bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde.
Insgesamt schlugen die stationären und mobilen Blitzanlagen der Stadt in 2017 exakt 551.096 Mal zu. Die meisten Autofahrer wurden allerdings nicht in Köln, sondern auf der Autobahn 3 nahe der Auffahrt Königsforst erwischt: mit 144.649 der teuren Fotos der erfolgreichste Kölner Blitzer. Erst mit deutlichem Abstand folgen die Anlagen an der Inneren Kanalstraße (Höhe Hornstraße in Fahrtrichtung Süden) und am Hansaring (Richtung Ebertplatz), die 30.875 und 30.465 Mal auslösten.
Wo die meisten Autofahrer in die Radarfallen tappen, hängt vor allem auch davon ab, wo die Stadt ihre mobilen Geräte am häufigsten aufstellt. Die beliebtesten Stellen der Verkehrsüberwacher lagen 2017 in Buchforst und in der Altstadt-Nord. An der Kalk-Mülheimer-Straße wurde an 72 Tagen kontrolliert, an der Straße am Leystapel an 71.
Das bedeutet natürlich nicht, dass alle Autofahrer in Köln Raser sind. Die meisten Verkehrssünder (94.494) erhielten Knöllchen wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von vergleichsweise harmlosen sechs Stundenkilometern. Und der größte Teil der Strafzettel geht überhaupt nicht an Kölner. Nur etwa ein drittel der geblitzten Autos hatte in 2017 überhaupt ein Kölner Kennzeichen. Die übrigen Fahrer kamen vor allem aus dem Rhein-Erft-Kreis (29.668), dem Rheinisch-Bergischen Kreis (21.392) und dem Rhein-Sieg-Kreis (16.609). 11.717 kamen aus Düsseldorf und fast genauso viele hatten ein Münchener Kennzeichen (11.449). Bei letzteren dürften allerdings Mietwagen eines großen Anbieters mit Sitz in der Nähe der bayrischen Landeshauptstadt eine gewisse Rolle spielen. Wie groß dieser Anteil ist, geht aus den Daten aber nicht hervor.
Allerdings zeigt die Auswertung einen großen Unterschied bei den Wochentagen: Denn die meisten Temposünder haben sich an einem Samstag (84.239 insgesamt in 2017) oder Freitag (84.033) erwischen lassen. Zum Vergleich: An den übrigen Tagen sind es zwischen etwa 75.000 und 78.000. Und auch im Tagesverlauf gibt es deutliche Unterschiede: Während die meisten Autofahrer zwischen 10 und 11 Uhr geblitzt werden, ist es statistisch gesehen zwischen 3 und 4 Uhr am ruhigsten.
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