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„Genau das, was uns gefehlt hat“
Kalker Skatepark öffnet mit neuen Rampen, Café und „Pool“

23..1.2023, Kalk:  Besucher toben sich auf der  Jump Line aus. Foto. Hermans

Dass der Skatepark in Kalk wieder eröffnet, wurde sehnlich erwartet.

Seit dem Wochenende hat der Skatepark, die Halle 59, der Abenteuerhallen Kalk wieder geöffnet. Viele Besucher waren gekommen, um die neuen Rampen zu testen.

Eine lange Schlange hatte sich am Samstag vor dem Eingang der Abenteuerhallen Kalk gebildet: Junge Leute mit Skateboards unter dem Arm, mit BMX-Rädern oder Scootern warteten geduldig bei Temperaturen nahe dem Nullpunkt. Nach einer Umbaupause von mehr als sieben Monaten wurde die Skatehalle im Gebäude der Abenteuerhallen Kalk (AHK) wieder eröffnet. Die Vorfreude und auch Neugierde auf die neuen Attraktionen war mit Händen zu greifen.

Halle 59 Abenteuerhallen Kalk: Wiedereröffnung wirbelt alten Staub auf

„Bekannte haben mir erzählt, dass schon am Neumarkt größere Gruppen von Jugendlichen aufgefallen seien, die mit ihren Sportgeräten ins Rechtsrheinische wollten“, berichtet Dany Leuffer lachend. Nach der Öffnung der Türen habe man leider schon eine Viertelstunde später wieder Einlasstopp verhängen müssen: „Da hatten wir schon die Zahl der zugelassenen 199 Besucher erreicht.“ Zur Feier des Tages war der Eintritt schließlich frei, und im Laufe des Nachmittags entspannte sich die Situation ein wenig.

Besucher toben sich auf der  Jump Line aus.

Besucher toben sich bei der Wiedereröffnung der Halle 59 in Kalk aus.

Dennoch herrschte ein ordentliches Gewusel, als die jungen Hobby-Sportler offiziell Besitz von der neuen Anlage nahmen und mit ihren jeweiligen Geräten unter lautstarken Zurufen über Rampen, Jump Lines und Hindernisse bretterten. Sie wirbelten dabei gehörig Staub auf, der von den Umbauarbeiten zurückgeblieben war. Das störte aber niemanden, die Halle 59 der Abenteuerhalle ist schließlich die einzige Skatehalle in Köln, da hatte die monatelange Schließung gerade in den kühleren Monaten auch eine Zwangspause für viele Rollsportler bedeutet.

Probleme mit dem Brandschutz verzögerten Eröffnung der Skatehalle in Kalk

„Eigentlich wollten wir ja schon im August wieder eröffnen“, so Dany Leuffer. Fachkräftemangel sei hier aber nicht das Problem gewesen, sondern Probleme mit dem Brandschutz, die im Laufe der Arbeiten sichtbar wurden. Aufgrund der Verzögerung mussten die AHK sogar Übungsleiter aus dem Skate-Bereich entlassen: „Aber die sind Gott sei Dank zurückgekehrt.“ Auch die auf Skate-Anlagen spezialisierten Planungsbüros Mind Work Ramps aus Lettland und LNDSKT waren an Bord geblieben.

500.000 Euro hat die Stadt als Bauherr, zu deren Jugendzentren gGmbH die Abenteuerhallen gehören, in die Erneuerung der Halle 59 investiert, über die bereits seit 2015 intensiv mit den Besuchern diskutiert worden war. So verfügt die Anlage nun über Hindernisse, die Bordsteinkanten oder Parkbänken nachempfunden sind. Das liegt voll im Trend, wie Dany Leuffer bestätigt.

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„Außerdem haben wir das Lager aus der Halle nach draußen in Container verlegt und dadurch 400 Quadratmeter gewonnen und einen ‚Pool‘, eine Art große Wanne, angelegt.“ Viele Holz-Rampen und -Hindernisse wurden durch Beton-Pendants ersetzt, sogar einen Café-Container gibt’s neuerdings: „Den zahlt die Stadt allerdings nicht. Dafür sind wir in Vorleistung gegangen und sammeln jetzt Spenden ein“, erzählt Leuffer.

Eintrittspreise geringfügig erhöht – kostenlose BMX-Räder zum Leihen

Die Eintrittspreise sollen aber nur geringfügig erhöht werden: Es bleibe bei vier Euro für Kinder und Jugendliche, Erwachsene ab 21 Jahren allerdings müssen in Zukunft fünf Euro zahlen. „Dafür stellen wir den Besuchern bald kostenlos Scooter, Skateboards und BMX-Räder zur Verfügung. Die hohen Kosten sind für viele junge Leute immer noch ein Hindernis, hier mitzumachen“, berichtet Dany Leuffer. Am Programm aber werde sich nicht allzu viel ändern: „Wir bieten neuerdings freitags einen Abend für Scooter-Fahrer ab 16 Jahren an, das hat sich ja zu einer ernstzunehmenden Szene entwickelt.“

Der 17-jährige Scooter-Fahrer Gleb Kryukov aus Chorweiler ist begeistert von der neuen Anlage. „Genau das, was uns gefehlt hat.“ Vor allem die lange Jump Line mit ihren hohen Erhebungen, an denen auch BMX-Fahrer ihre Sprünge proben könnten, helfe ihm nun enorm. Bei der Vorbereitung auf Meisterschaften zum Beispiel. „Die nächste gute Halle ist in Wuppertal, das ist ganz schön weit weg.“

BMX-Fahrerin Ariana Bibic (26) aus Dünnwald hat gar monatelang ganz ausgesetzt und muss sich erst wieder an ihr Rad gewöhnen. „Gut an der neuen Ausstattung ist, dass hier junge Leute auf jedem Niveau einsteigen können, auch Anfänger. Aber auch für die Rollstuhlfahrer ist die Anlage geeignet.“ Ein kleineres Problem seien die niedrigen Temperaturen im Winter: „Man muss sich halt bewegen.“

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