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Großer Ausbau geplantSo soll der Stadtbezirk Humboldt/Gremberg aufgewertet werden

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Sven Schatz, Joachim Bauer, Peter Peterlini und Markus Greitemann (v.l.)  stellten vor Ort Details der Planung für das Umbauprojekt Westerwaldstraße in Humboldt/Gremberg vor.

Humboldt/Gremberg – Nach rund drei Jahren Vorbereitungszeit läuft entlang der Westerwaldstraße jetzt die Startphase für eines der umfangreichsten Um- und Ausbauprojekte im Stadtteil Humboldt/Gremberg an. Über insgesamt sechs Hektar Fläche erstreckt sich das Areal zwischen Humboldtpark und Gremberger Wäldchen, das laut Markus Greitemann, dem auch für das Kölner Grün zuständigen Planungsdezernenten der Stadt, bis Sommer 2021 „sowohl ökologisch aufgewertet als auch für die Anwohner deutlich attraktiver gestaltet“ werden soll. Das Projekt im Rahmen der EU-Förderinitiative „Starke Veedel – Starkes Köln“ hat Greitemann kürzlich bei einem Ortstermin mit Joachim Bauer, stellvertretender Leiter des Kölner Amts für Landschaftspflege und Grünflächen, Bauleiter Hendrik Frings sowie Sven Schatz vom Hamburger Architekturbüro „WES“ vorgestellt.

So soll etwa ein völlig neu gestalteter Quartiersplatz in zentraler Lage künftig Veedelsbewohner und Passanten zum Verweilen einladen. Die Wegverbindungen der Grünfläche „Kannebäckersiedlung“ werden neu geordnet.

Spielplatz, Sprintbahn und Parkours

Im Bereich der Festwiese auf Höhe der Volpertusstraße – dort brechen Bagger derzeit noch zwei bislang zur Unterbringung von Geflüchteten genutzte Gebäude ab – sollen der Planung zufolge außerdem ein neuer Kinderspielplatz mit zahlreichen Lern-, Bewegungs- und Koordinationsangeboten sowie weitere neue Wege entstehen. Und die große Brachfläche an der Lenzwiese soll darüber hinaus künftig mit einer Sprintbahn, einer „Parkours“-Fläche sowie einer „Bike Trail“-Hindernisstrecke für Fahrräder vor allem Kinder und Jugendliche zu sportlichen Aktivitäten im Freien animieren. „Das alles bedeutet mehr Lebensqualität in der Westerwaldstraße“, fasst der Planungsdezernent zusammen. Der im Juli vergangenen Jahres durch den Stadtrat verabschiedete Baubeschluss für das knapp zwei Kilometer lange Projektgebiet geht einher mit kalkulierten Gesamtkosten in Höhe von 3,2 Millionen Euro. Greitemann: „Durch EU-Mittel sowie Städtebauförderung des Landes NRW werden davon etwa 85 Prozent als Zuschuss bereitgestellt.“

Weitere Details stellt Joachim Bauer vor: So sei die Pflanzung von mehr als 200 Bäumen entlang neuer Wege auf einer Gesamtlänge von drei Kilometern vorgesehen. „Auf den neuen Flächen trägt künftig auch eine Streuobstwiese, unter anderem mit Apfelbäumen, dazu bei, mehr Natur in die Stadt zu holen.“

Zudem würden Säulen-Pappeln eine 400 Meter lange, speziell fürs Crosslauftraining und Joggen ausgelegte „Finnbahn“ auf der alten Sportplatzfläche säumen. Peter Peterlini und Petra Bonzelet vom Vorstand der Bürgervereinigung Humboldt/Gremberg betonen die Bedeutung der für die Anwohner wichtigen Anbindung zur Gremberger Straße und die Erschließung der Roddergasse über eine neue Verkehrsinsel.

Kölner Bürger haben mitbestimmt

Tatsächlich sei früh und umfangreich Wert auf die Beteiligung der Menschen im Veedel gelegt worden, lobt Peterlini den Planungsprozess: „Die ersten Informationen und Aufrufe zu Anregungen der Bürger zu dem Vorhaben gab es beim Taunusstraßenfest 2017“, sagt er. Regelmäßig seien anschließend Rundgänge, Planungstreffen und Workshops organisiert worden. „Einige, zunächst nicht eingeplante, Wünsche der Menschen aus Humboldt/Gremberg konnten so ihren Weg in die Arbeit des vom Amt für Landschaftspflege und Grünflächen beauftragten Landschaftsarchitekturbüro aus Hamburg finden.

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Auch die Jüngsten haben sich beteiligt: Denn aus Kitas und Schulen in der Nachbarschaft der Westerwaldstraße gingen 2018 viele Ideen für die Gestaltung und Gerätewünsche für die neuen Spielplätze in der Umgebung ein“, erinnert sich Sven Schatz. „Wir haben die Planung dann konkretisiert, öffentlich vorgestellt und mit der Bürgerschaft diskutiert“, sagt der „WES“-Architekt.

Seine Firma und die Stadt hatten das Areal intensiv auf Bomben- und Munitionsrückstände im Boden hin untersucht. Auch die in einigen Abschnitten des Areals durch die industrielle Vergangenheit Kalks vermutete Belastung des Erdreichs, etwa Rückstände einer Deponie der Chemischen Fabrik Kalk (CFK), ließ sich demnach entkräften. „Das wird aber baubegleitend weiter untersucht“, versichert Bauleiter Hendrik Frings. Neben den neu gestalteten Flächen ist aus Sicht des stellvertretenden Grünflächenamtsleiters ein „weiterer, zentraler Aspekt in das »Vorhaben Westerwaldstraße« in Humboldt/Gremberg integriert worden.“ Es grenze an die Projektgebiete „Gremberger Wäldchen – Neue Wege“ sowie „Grüne Infrastruktur – Vielfalt vernetzen. „Im rechtsrheinischen Köln ist Grün vielerorts Mangelware“, so Bauer, „dieser wichtige Brückenschlag ermöglicht nun die Anbindung an den Äußeren Grüngürtel.“