Am Freitag, 10. Juli, lädt das Bürgerzentrum Vingst den ganzen Stadtteil ein, seine erfolgreiche Arbeit mit den Menschen zu feiern.
Treffpunkt im VeedelBürgerzentrum Vingst feiert 50-jähriges Bestehen

Ninja Wockenfuß und Gülistan Çaçan und der Mitgründer des Zentrums und Vorsitzender des Beirats Dieter Sanden freuen sich auf die Jubiläumsfeier.
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Was 1976 mit der Idee begann, ein selbstverwaltetes Jugendzentrum für Köln-Vingst zu errichten, ist heute, 50 Jahre später, zu einer Förderungs- und Bildungsgemeinschaft, einem offenen Ort mit soziokulturellen Angeboten für den gesamten Stadtteil geworden. Angefangen habe es mit einer Gruppe von Jugendlichen und Erwachsenen, die das ehemalige Sozialamt in der Heßhofstraße 43 in einen Jugendtreff umwandelten. Damals gab es nur einen festen Mitarbeiter, ehrenamtliches Engagement trägt den Verein bis heute. Nun arbeiten 37 feste Mitarbeitende im Bürgerzentrum Vingst, und es gibt drei Standorte mit diversen Angeboten.
„Wir sind über die Jahre gewachsen und haben verschiedene Schwerpunkte dazu bekommen“, sagt Gülistan Çaçan, Vorständin des Bürgerzentrums Vingst, „aber schon immer und weiterhin sollen alle unsere Angebote Lebensqualität, Chancengleichheit und Teilhabe fördern.“
Bürgerzentrum Vingst hat sich über 50 Jahre weiterentwickelt
Neben der Kinder- und Jugendarbeit werden unter anderem mehrsprachige Bürgerberatung,Beratung für Erwerbslose, Informations- und Bildungsangebote, Gruppentreffen für Senioren und Seniorinnen, Offene Treffs, wie Frauencafés, Nähwerkstätten und Vätergruppen sowie kulturelle Feste und Feiern angeboten. „Ziel ist es, dass alle Menschen aus dem Sozialraum hier einen offenen Ort haben, an dem Menschen respektvoll zusammenkommen“, sagt Çaçan, „und nebenbei fördert das die Demokratie.“
Als sozioökonomisch benachteiligter Stadtteil bestehe für Vingst eine besondere Bedürftigkeit für solche Angebote. „Die Leute sollen nicht stigmatisiert werden, aber der Hintergrund ist einfach, dass wir in Vingst einen hohen Armutsanteil haben. 40 Prozent der Kinder wachsen in Armut auf und wir haben überdurchschnittlich viele alleinerziehende Haushalte“, sagt Dieter Sanden, Mitgründer des Zentrums und Vorsitzender des Beirats, „da braucht es Orte, die bei der Existenzsicherung helfen.“
Gerade weil der Ort eine solche Bedeutung für den Stadtteil hat, sei es frustrierend, jedes Jahr aufs Neue um die Finanzierung zu kämpfen“, erzählt Vorständin Ninja Wockenfuß: „Wir müssen immer wieder Förderungen beantragen und bangen, ob wir unsere Arbeit fortführen können.“ So ginge es vielen Einrichtungen in sozialen Bereichen, wissen die Vorständinnen. Das sei fatal für die Stadt.
Köln-Vingst: Finanzierungsfrage sorgt immer wieder für Ängste
„Wenn die Basis nicht funktioniert und Essenzielles benachteiligt wird, werden die Rechten stärker, und das darf die Stadt nicht zulassen, vor allem wenn es um die Grundexistenz von Menschen geht“, sagt Gülistan Çaçan. Statt um Finanzierung bangen zu müssen, würden die Vorständinnen sich lieber auf die Arbeit konzentrieren, denn diese funktioniere sehr gut, sind sie überzeugt.
Und deshalb sollen am Freitag, 10. Juli, ab 14 Uhr das Bürgerzentrum, das Jubiläum und der gesamte Stadtteil gefeiert werden: „Die Menschen sind das, was uns ausmacht“, sagt Dieter Sanden, „und wir sind froh, dass wir das machen, was wir machen.“ Neben einer Gesprächsrunde mit Politikerinnen und Aktiven über das Bürgerzentrum wird es deshalb bei der Feier ein vielfältiges Programm geben, bei dem hauptsächlich Leute auftreten, die aus dem Haus herausgewachsen sind. „Teil unserer Arbeit ist es eben auch, Talente zu fördern“, sagt er, „und diesen wollen wir eine Bühne geben.“