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Kanalarbeiten am RheinuferMit der Ruhe ist es erstmal vorbei

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Auf der Rheinuferstraße wird der Verkehr in beide Richtungen einspurig an der Baustelle vorbei geführt.

Köln – Die Straße An der Alteburger Mühle, auf die die Autofahrer von der Kanalbaustelle auf der Rheinuferstraße (Konrad-Adenauer-Ufer) stadtauswärts umgeleitet werden, ist am Montagabend belastet wie nie zuvor. „Im Sommer wird das der Horror, wenn die den ganzen Abend hier lang fahren“, sagt Birgit Gawlig, die direkt an der Umleitung wohnt und von ihrer sonst so ruhigen Terrasse auf eine Blechlawine blickt. Marina Florin, die in einem in der Nähe liegenden Bürohaus arbeitet, ist empört. „Für Pendler muss so etwas doch früher vorbereitet sein, damit sie Fahrgemeinschaften bilden können.“

Am Morgen war es, wie auch am Abend, im Bereich der Baustelle stadteinwärts ebenfalls zu großen Verkehrsbehinderungen gekommen. Die Fahrzeuge stauten sich bis nach Rodenkirchen und weit zurück auf den Militärring.

„Es ist eine Katastrophe“, sagte Carsten Berg, der täglich mit dem Auto nach Köln zu seiner Arbeitsstelle pendelt. Er benötigte am Montagmorgen von der Rodenkirchener Brücke bis zum Anfang der Rheinuferstraße 20 Minuten und rechnet nun jeden Tag mit einer Dreiviertelstunde Zeitverlust wegen der Kanalbauarbeiten.

Oberbürgermeister Jürgen Roters lehnte eine Stellungnahme zu der Baustelle ab. „Der OB äußert sich nicht zu einzelnen Baumaßnahmen“, so Stadtsprecher Gregor Timmer. Das sei die Aufgabe des zuständigen Dezernenten. „Die Kanäle müssen zwingend erneuert werden“, sagte Verkehrsdezernent Franz-Josef Höing. Dazu gebe es nach Expertenmeinung kein besseres Zeitfenster und keine günstigere Möglichkeit der Verkehrsumlegung als die gewählte. Auch um die Belastung der Anwohner so klein wie möglich zu halten, werde man die Arbeiten „eng begleiten, kontrollieren und zusammen mit den Stadtentwässerungsbetrieben nochmals alle Möglichkeiten ausloten, um den Zeitraum so kurz wie möglich zu gestalten“.

Die Kanalbauarbeiten hatten bereits vor Beginn für eine Kontroverse gesorgt. Ein Bericht des „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte deutliche Schwachstellen im städtischen Baustellenmanagement offengelegt. Die Stadtentwässerungsbetriebe informierten die Öffentlichkeit zunächst unvollständig und mit falschen Angaben zu Dauer und Umfang der Maßnahme. Baustellenmanager Thomas Weil räumte den Fehler ein und kündigte Gespräche mit den städtischen Tochterunternehmen an, um Fehlinformationen in Zukunft zu verhindern. Experten und Verbände, die den städtischen Versprechungen nich nicht so recht vertrauen wollen, üben erneut deutliche Kritik.

ADAC fordert Vier-Augen-Prinzip

Der ADAC beispielsweise schätzt die Kommunikation zwischen der Stadt und ihren Tochterunternehmen als schlecht ein. „Die Fehlentscheidung eines einzelnen Mitarbeiters, der eine Pressemitteilung schreibt, darf nicht eine ganze Stadt lahmlegen“, sagte Roman Suthold, Leiter der Abteilung Verkehr und Umwelt. „Es muss ein Vier-Augen-Prinzip durchgesetzt werden.“

„Das Baustellenmanagement kann ich nicht mehr ernst nehmen“, kritisierte Rüdiger Ostrowski, Vorstand des Verbands Spedition und Logistik Nordrhein-Westfalen. Er sei nicht über die Teilsperrung am Oberländer Ufer informiert worden. „Wir vertreten 480 Mitgliedsunternehmen, die wir frühzeitig hätten warnen können“, sagt Ostrowski. Stattdessen habe er davon aus dem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeiger“ erfahren.

„Es ist schon erstaunlich, wie kurzfristig so eine Baustelle kundgetan wird, obwohl es dafür eigentlich eine lange Vorbereitungszeit gibt“, sagte IHK-Geschäftsführer Ulrich Soénius. Dem städtischen Baustellenmanager fehle es offenbar an Durchsetzungskraft.