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Kicker im Süden meistern die Krise

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Links oben: Georg Komma, Markus Mohn und Wolfgang Heymann (v. l.) leiten die Geschicke des Vereins; links unten: Kapitäninnen Paula Mohn (l.) und Stephanie Graeber; Bild rechts: Die U-17 Spielerinnen haben Spaß auf dem Platz.

Sürth – „Kein einziges unserer 945 Mitglieder hat wegen der Corona-Krise gekündigt“, sagt Georg Komma mit sichtlichem Stolz, er ist der Erste Vorsitzende des Fußballvereins FC Rheinsüd. Das sei in erster Linie den engagierten Trainern zu verdanken, die nach dem Ausbruch der Pandemie den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bald wieder das Kicken ermöglicht hätten – freilich eingeschränkt, mit ausgeklügelten und ständig neu angepassten Trainingsplänen.

Seit dem 9. Mai durften die Sportler in Kleingruppen ohne Körperkontakt wieder auf den Platz. „Trotz der Einschränkungen war die Trainingsbeteiligung sehr hoch“, betont Wolfgang Heymann, der sportliche Leiter des FC Rheinsüd. Das sei nicht verwunderlich, schließlich seien sie zuvor sechs Wochen „auf Entzug“ gewesen, sagt er augenzwinkernd.

Der FC Rheinsüd ist hervorgegangen aus dem VfL Sürth von 1925 und dem TSV 06 Rodenkirchen. Die Vereine haben sich vor zehn Jahren zusammengeschlossen, um die Kräfte zu bündeln. Eigentlich war in diesem Sommer ein großes Fest geplant anlässlich des zehnjährigen Bestehens, das fällt aber wegen Corona aus. „Wir feiern stattdessen den elften Geburtstag im Juni 2021“, sagt der Vereinschef. Genaugenommen hat der Rheinsüd eine viel längere Tradition; denn der VfL Sürth wurde 1925 gegründet, die Wurzeln des TSV 06 gehen auf das Jahr 1906 zurück. Die Fusion habe sich auf jeden Fall bewährt, heißt es beim Vorstand. Der FC Rheinsüd mit insgesamt 41 Mannschaften – davon allein 37 Jugendmannschaften – sei einer der größten Amateur-Fußballvereine im Verband Mittelrhein und recht erfolgreich.

Links oben: Georg Komma, Markus Mohn und Wolfgang Heymann (v. l.) leiten die Geschicke des Vereins; links unten: Kapitäninnen Paula Mohn (l.) und Stephanie Graeber; Bild rechts: Die U-17 Spielerinnen haben Spaß auf dem Platz.

Als Vorzeigeprojekt gilt die beachtliche Mädchen- und Frauenabteilung mit acht Mannschaften, zwei pro Altersklasse. Markus Mohn, deren leitender Trainer, sagt: „Von den heutigen U-17-Spielerinnen war die Hälfte schon bei der Gründung der Abteilung vor sieben Jahren dabei.“ Tochter Paula Mohn zum Beispiel. „Ich bin in den Fußball reingewachsen“, erzählt die 16-jährige Spielführerin. Kollegin Stephanie Graeber trainiert seit fünf Jahren. „Ich musste mich bei meinen Eltern ziemlich stark durchsetzen.“ Die jungen Frauen schätzen das rasante Spiel mit dem Ball genauso wie die Freundschaften, die dadurch entstanden sind. „Wir brauchen den Teamsport“, da sind sich beide einig. Seit 2018 verfügt der Rheinsüd über ein Vereinsheim. 900 000 Euro habe der Neubau gekostet – mit 600 000 Euro bezuschusst von der Stadt. Das Gebäude mit der öffentlichen Sportsbar befindet sich neben der Bezirkssportanlage an der Sürther Straße 193, wo in der Hauptsache gespielt und trainiert wird, freilich in Abstimmung mit anderen Vereinen des Kölner Südens. Zusätzlich nutzt der FC Rheinsüd die zwei älteren Tennenplätze an der Sürther Remigius- und an der Konrad-Adenauer-Straße in Rodenkirchen. „Wir bräuchten im Kölner Süden aber dringend noch einen weiteren Platz“, sagt der Vereinsvorsitzende Komma. Der 70-Jährige kritisiert, dass es heute nicht mehr Sportplätze im Bezirk Rodenkirchen gebe als im Jahr 1955 – obwohl die Bevölkerung von damals rund 30 000 auf heute mehr als 100 000 Bewohner angewachsen sei. „Es müssen mehr Kapazitäten her, es gibt einen ständigen Kampf um die Ressourcen“, sagt der Präsident. Aktuell drängt der FC Rheinsüd darauf, den alten Aschebelag an der Konrad-Adenauer-Straße gegen Kunstrasen auszutauschen.

Georg Komma, Präsident des FC Rheinsüd

Links oben: Georg Komma, Markus Mohn und Wolfgang Heymann (v. l.) leiten die Geschicke des Vereins; links unten: Kapitäninnen Paula Mohn (l.) und Stephanie Graeber; Bild rechts: Die U-17 Spielerinnen haben Spaß auf dem Platz.