Nippes – Auch im „Klangraum Kunigunde“, der Kirche St. Heinrich und Kunigund direkt am Schillplatz, hat Corona deutliche Auswirkungen hinterlassen – und wirbelte die Planungen der neuen Klangraum-Kuratorin Maria Gorius gehörig durcheinander. „Das Jahr fing so schön und vielversprechend an – und dann kam der Lockdown“, resümiert sie, die das Kuratorium zum Jahresanfang vom langjährigen Vorgänger Hinnerick Bröskamp übernommen hatte. „15 Konzerte sind seit Mitte März bei uns ausgefallen. Wir hatten während der Stillstandszeit sehr viel zu tun, mit dem Management der ganzen Konzert-Absagen.“
Doch langsam neigt sich die konzertlose Zeit in Nippes ihrem Ende zu. Denn um ein Minimum an Musikkultur zu bieten, hat sich der Klangraum mit einer weiteren musikalischen Institution zusammengeschlossen, dem Institut für Bildung und Kultur GmbH (IfBK) mit Sitz in der historischen Villa Henn an der Gocher Straße 19. Gemeinsam mit Marie Hunanyan, Paula Muthig und Klaviervirtuosin Ana-Marija Markovina vom IfBK stellte sie das gemeinsame Programm vor. Drei Konzerte sind geplant – davon zwei, die Abschlusskonzerte von Markovinas Meisterkurs am morgigen 17., und dann noch mal am 24. Juli mit reduzierter Zuschauerzahl im Klangraum Kunigunde; ein weiteres am 26. Juli im Garten der Villa Henn. Das stellt gleichzeitig eine Premiere dar: Noch nie gab es im dem Kleinod, das einen Pavillon und Bäume aus dem Villen-Errichtungsjahr 1907 bietet, ein öffentliches Konzert. Die allermeisten Nippeser dürften diesen schönen Garten bislang nicht einmal kennen.
Der IfBK, in dessen denkmalgeschütztem Gebäude sich im Souterrain auch ein Kindergarten befindet, gibt Musikunterricht, psychologische Fortbildungen und ist auch in der Künstlervermittlung tätig. „Der Meisterkurs von Markovina war der Aufhänger der Kooperation. Darüber kam der Gedanke auf, gemeinsam etwas zu schaffen“, erläutert Gorius.
„Ich liebe diese Kirche, auch meine Tochter wurde dort getauft“, so Hunanyan. „Wir haben die gleiche Intention, nämlich klassische Musik im Veedel zu präsentieren.“ Auch nach den Corona-Zeiten ist es übrigens denkbar, weiter zusammenzuarbeiten.
25 UND 60 PLÄTZE
Die beiden Abschlusskonzerte des Meisterkurses von Ana-Marija Markovina, mit Absolventen von acht bis über 70 Jahren, finden an den Freitagen, 17. und 24. Juli, jeweils ab 18 Uhr im „Klangraum Kunigunde“, Simon-Meister-Straße 1, statt. Das Kontingent ist auf rund 25 Sitzplätze reduziert. Am Sonntag, 26. Juli, startet ab 17 Uhr das Konzert „City Lights: Musikalische Zeitreise für Violoncello und Akkordeon“ mit María del Mar Ribas (Cello) und Jaroslav Irovic (Akkordeon) unter freiem Himmel im Garten der Villa Henn, Gocher Straße 19. Hier können rund 60 Plätze geboten werden.
Der Eintritt ist auf Spendenbasis frei; es gibt eine Empfehlung von 25 Euro. Quittungen werden auf Wunsch ausgestellt. Reservierungen sind per E-Mail mit Namen, Anschrift und Telefonnummer möglich. (bes) gorius@klangraum-kunigunde.de
(Meisterkurs-Abschlusskonzerte) villa.henn@ifbk.com
(Gartenkonzert)
Maria Gorius, Klangraum-
Kuratorin
