Köln – Dieser Tage treten wieder Tausende Azubis ins Berufsleben ein. Auch bei einer der größten Arbeitgeberinnen in der Region, der Stadt Köln, beginnen 480 junge Menschen ihre Ausbildung. Knapp die Hälfte von ihnen strebt zwar eine Karriere im Verwaltungsbereich an, doch das Ausbildungsspektrum ist wesentlich breiter. Dieses Jahr standen 29 verschiedene Berufsbilder zur Wahl. Neben Ausbildungsberufen bietet die Stadt auch duale Bachelorstudiengänge an. Vier Azubis, die bereits ein bis zwei Jahre in der Ausbildung sind, berichten über ihre bisherige Zeit im Beruf und zeigen, dass eine Ausbildung bei der Stadt weit mehr ist als der klassische Bürojob.
Tolga Kesen, 23, Servicekraft für Dialogmarketing:
„Zwei Kollegen haben mir von der Ausbildung beim Bürgertelefon erzählt. Da ich aus einer Gastronomie-Familie komme und schon immer viel mit Kunden zu tun hatte, habe ich nach etwas Serviceorientiertem gesucht. Hier habe ich jetzt einen Beruf gefunden, der mir liegt. Durch Corona musste ich anfangs sehr viele Anrufe entgegennehmen, aber ich bekomme positives Feedback von den Anrufern. Ich kümmere mich um ganz unterschiedliche Anliegen. Das sind Terminvereinbarungen oder auch Fragen zu abgeschleppten Autos. Ich vermittle die Anrufer dann an die zuständigen Ämter. 2023 beende ich die Ausbildung, möchte hier dann aber noch zwei Verwaltungslehrgänge machen, danach muss man sehen, was kommt.“
Moritz Schoppe, 21, Wirtschaftsinformatiker:
„Ich bin mittlerweile schon im 5.Semester. Ich studiere an der Rheinischen Fachhochschule und arbeite im Amt für Informationsverarbeitung, also dem IT-Dienstleister der Stadt. Da Entwicklung und Programmierung sowieso Hobbys von mir waren, hat das gut gepasst. In dem dualen Studium lernt man ganz viele verschiedene Bereiche kennen. Die Dozenten an der Hochschule sind immer offen für Projekte mit der Stadt. Ich finde es super, dass man sich viel selber aussuchen und seinen Interessen nachgehen kann. Es gibt kaum einen Betrieb, der so viel im Bereich Informatik anbietet wie die Stadt. Besonders den Bereich der Geoinformatik finde ich hochinteressant. Dort könnte ich mir vorstellen später zu arbeiten. Dazu habe ich den Wunsch noch einen Master dranzuhängen.“
Daria Iurova, 29, Geomatikerin:
„Ich bekomme bald in Wien den Förderpreis der Kartographie Stiftung Ravenstein für meine Arbeit verliehen, da ich eine Karte angefertigt habe, die allen Gebäuden in Köln ihr Baujahr zuweist. Ich bin vor drei Jahren aus Russland nach Köln gekommen. Dort hatte ich bereits meinen Master in Geophysik gemacht. Solche Möglichkeiten wie hier, dass man gleichzeitig Theorie und Praxis lernt, hat man in Russland aber nicht. Als Geomatikerin erhält man Einblicke in mehrere Ämter, wie zum Beispiel das Amt für Umweltschutz. Es ist zudem ein Beruf mit Zukunft - es gibt einen großen Bedarf an Menschen, die Geodaten bearbeiten können. Nach meiner Abschlussprüfung im November hoffe ich übernommen zu werden.“
Tom Deutscher, 19, Fachkraft für Veranstaltungstechnik:
„Ich hatte schon ein wenig Erfahrung, da ich mich um die Technik bei Schulveranstaltungen oder der Theater-AG gekümmert habe. Ich wollte dann die Ausbildung machen, um das ganze Basiswissen zu haben. Ich habe die Ausbildung letztes Jahr im August begonnen und arbeite seitdem beim Schauspiel Köln. Durch Corona gab es da leider viel Leerlauf und einige abgesagte Veranstaltungen. Die Ausbildung ist in Beleuchtung, Video-, Ton-und Bühnentechnik gegliedert. Das Spektrum an Aufgaben ist also sehr breit. Die Beleuchtung macht mir am meisten Spaß. Da verlege ich Kabel oder prüfe und programmiere Lampen.“
