Kölner Club„Heinz Gaul“ in Ehrenfeld wurde abgerissen – Betreiber plant neues Projekt

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Die Abrissarbeiten am Heinz Gaul an der Ecke Vogelsanger Straße/ Lichtstraße.

Köln – Das Ende ist schon seit Jahren besiegelt: Der Ehrenfelder Club „Heinz Gaul“ an der Ecke Vogelsanger Straße/Lichtstraße weicht Wohnungen, Büros und Gewerbeflächen. Betreiber Jörg Vandrey hangelte sich jahrelang von kurzfristigem Pachtvertrag zu Pachtvertrag. Am Mittwoch wurde der Club, der 2012 in den ehemaligen Hallen des Metallgroßhandels Heinz Gaul eröffnete, abgerissen. Die Arbeiten auf dem Gelände dauern auch am Donnerstag noch an: Die nächsten Schritte vom Aushöhlen der Baugrube zum Bau selbst gingen nun nahtlos ineinander über, sagt Vandrey.

„Das ist schon ein mulmiges Gefühl“, so der Clubbetreiber. Doch insgesamt ziehe er eine positive Bilanz. „Das Projekt war von Anfang an temporär. Im Großen und Ganzen hat es mich überrascht, dass es mit dem Heinz Gaul so lange gut gelaufen ist. Es war eine schöne Zeit.“

Abschied vom nächsten Club in Köln-Ehrenfeld

In Erinnerungen schwelgt auch das Plattenlabel „Feines Tier“, das in dem Club jahrelang die gleichnamige Partyreihe veranstaltete. Auf Facebook schreiben die Betreiber: „Dieser Club war unsere erste offizielle Residence in Köln vom Start bis ins Jahr 2015 und entsprach mit seinem Warehouse-Charme ziemlich genau unseren Vorstellungen einer einzigartigen, unverwechselbaren Location. (…) Es bleibt uns nichts anderes übrig, als dem nächsten Club in Ehrenfeld Goodye und Farewell zu wünschen!“.

Als Vandrey vergangenen 13. März die pandemiebedingte Schließung in den sozialen Medien bekanntgab, deutete er bereits an, dass der Club vermutlich nicht mehr öffnen werde. „Dann wäre das vergangene Wochenende tatsächlich die letzten Tage des Gauls gewesen.“

Hoffnung für Kölner Nachtleben

Doch die Partyszene hat Grund zur Hoffnung: Vandrey hat zusammen mit anderen Kulturschaffenden bereits ein konkretes Objekt in Aussicht. Wo sich die angemietete Halle genau befindet, wolle er allerdings noch nicht verraten. Vandry schwebt ein Kulturzentrum bevor, wo nicht nur Partys, sondern auch andere Veranstaltungen stattfinden sollen.

Sobald die Corona-Pandemie ein Ende findet und vorausgesetzt, Stadtverwaltung und Politik treffen verbindliche Zusagen in Form von Genehmigungen. „Ich bin seit anderthalb Jahren mit führenden Köpfen aus Politik und Verwaltung im Gespräch. Sie waren alle vor Ort und waren begeistert. Dem erkennbaren Willen müssen aber auch Taten folgen. Wir wollen und können investieren, brauchen aber endlich eine Planungssicherheit durch die Behörden“, sagt Vandrey.

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Dann könne in Köln endlich wieder etwas entstehen und nicht immer nur verschwinden. „Damit könnte sich die Stadt, die sich doch gerne als Kulturmetropole sieht, dann auch schmücken“.

Dem Prozess der Gentrifizierung in Ehrenfeld fallen seit Jahren Kreativräume zum Opfer. Sämtliche Clubs rundum den Heliosturm in Ehrenfeld gibt es nicht mehr: etwa das Underground, der Sensorclub oder die Papierfabrik. Im Zuge der Corona-Pandemie hatte zudem bereits der ehemalige Club Roxy auf der Aachener Straße sein vorzeitiges Aus verkündet

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