Zum ersten Mal ist im Kölner Zoo ein Sulawesi-Hirscheber zur Welt gekommen. Ende Mai wurde das Ferkel geboren, jetzt kann Peri von Besuchern bewundert werden.
Kölner ZooBedrohter Sulawesi-Hirscheber bekommt Nachwuchs

Der frischgeborene Sulawesi-Hirscheber Peri mit seiner Mutter Dua Hati
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Das Ferkel wiegt sechs Kilogramm, trinkt noch Muttermilch und tapst in hohem Tempo hinter seiner Mutter her. Ende Mai haben die zwei Sulawesi-Hirscheber im Kölner Zoo Nachwuchs bekommen. „Die Kollegen haben sie Peri genannt, das heißt auf indonesisch Fee. Sie hat uns alle verzaubert“, sagt Zoo-Inspektor Robin Lammers.
Die Schweine-Familie lebt zusammen mit Asiatischen Wildrindern und Prinz-Alfred-Hirschen auf einer 2.500 Quadratmeter großen Anlage im Norden des Zoos. Vater Kopa (5) haben die Pfleger von Peri und Mutter Dua Hati (4) vorerst getrennt, zum Schutz des Ferkels. Beide Elternteile leben seit 2024 im Kölner Zoo.
Afrikanische Schweinepest gefährdet die Hirscheber
Die Hirscheber werden bis zu 100 Kilogramm schwer und sind auf der indonesischen Halbinsel Sulawesi zu Hause. Die wilden Schweine sind Allesfresser und leben in Rudeln von bis zu 13 Tieren. Doch die Art ist vom Aussterben bedroht. Nach und nach verlieren sie ihren Lebensraum oder werden Opfer von Jägern. „Sie sind zusätzlich stark gefährdet durch die afrikanische Schweinepest“, sagt Lammers. Die Seuche wurde von Hausschweinen eingeschleppt. Die neuesten Erhebungen gehen davon aus, dass kaum wilde Schweine den Ausbruch überlebt haben.
Der Kölner Zoo möchte dazu beitragen, die Art zu erhalten. Schon zwei Mal haben die Sulawesi-Hirscheber versucht, Nachwuchs zu bekommen. „Das erste Baby war ein Frühchen und hat es nicht geschafft, das zweite eine Totgeburt“, sagt Tierpflegerin Marie Schuster. Danach hätten die Pfleger versucht, den Lärmpegel und damit den Stress zu reduzieren. Beim dritten Mal hat es dann funktioniert.
Peri entwickle sich gut und fange langsam an, Gras und Gemüse zu knabbern, so Zoo-Inspektor Lammers. „Sie ist sehr unternehmungslustig, ein kleines Renn-Schweinchen“, sagt er. Auch mit der Hitze der vergangenen Wochen kommen die Hirscheber gut zurecht. Weil sie aber an das Klima im tropischen Regenwald angepasst sind, neigen sie zu Sonnenbrand. Tierpflegerin Schuster und ihre Kollegen reiben die Tiere regelmäßig mit Babyöl ein, damit die Haut nicht rissig wird.
Eine Besonderheit der Tiere sind ihre Hauer, die an ein Geweih erinnern. Während sie bei normalen Schweinen aus dem Maul wachsen, durchbrechen sie bei den Hirschebern den Rüssel – und das, ohne Entzündungen zu verursachen. Damit sind sie auch für die medizinische Forschung interessant. Manchmal wachsen sie sogar bis in den Kopf hinein. „Das kann zu Wesensveränderungen führen, deswegen schleifen wir die Hörner ab“, sagt Lammers.
Bei Besuchern ist das Ferkel beliebt
Die Besucher freuen sich über den Nachwuchs. Lammers sagt: „Manche unserer Stammbesucher beobachten sie ganze zwei Stunden pro Tag. Jeder wollte das erste gute Foto haben.“ Dem sechsjährigen Liam, der mit seiner Familie das erste Mal den Zoo besucht, haben die Seerobben besser gefallen. „Süße Dinger“, findet er trotzdem.
Für immer kann Peri nicht in Köln bleiben. Der Zoo wird sie an einen anderen europäischen Zoo abgeben, um selbst Nachwuchs zu zeugen.
