- Die Täter nutzen immer den selben perfiden Trick: Mit einer Lüge locken sie Nachtportiers von Hotels von der Rezeption weg und stehlen dann die Kasse.
- In Düsseldorf ist die Masche schon bekannt, nun gab es in Köln den ersten Fall.
- Wie der Rezeptionist eines großen Kölner Hotels auf die Trickdiebe reagierte.
Köln – In Düsseldorf ist die Masche unter Hoteliers schon seit einiger Zeit bekannt, nun gab es laut Polizei auch in Köln den ersten Fall: Mit einer perfiden Lüge locken Diebe die Mitarbeiter der Rezeption in einen möglichst weit abgelegenen Teil des Hotels, um dann in Ruhe die Kasse zu stehlen. So geschehen Mitte der Woche in einem großen Kölner Hotel. In diesem Fall blieb der Täter ohne Beute, weil der Mitarbeiter geistesgegenwärtig richtig gehandelt hat.
Rezeptionist war gewarnt
Mitten in der Nacht betrat der Dieb die Lobby und ging auf den Angestellten hinter dem Tresen zu, der zu diesem Zeitpunkt alleine anwesend war. In ruhigem Ton behauptete der Fremde, in einem Flur in einer oberen Etage liege ein ohnmächtiger Mensch, der dringend Hilfe brauche. Ein übler Trick, auf den zuletzt in anderen Hotels bereits einige Portiers hereingefallen sind. Denn in Wahrheit nutzen die Täter die Zeitspanne, in der der Mitarbeiter dem vermeintlichen Opfer zu Hilfe eilt, um die Kasse an der Rezeption aufzubrechen und mit dem Geld zu flüchten. Doch der Portier des Kölner Hotels war vorgewarnt. Denn erst Anfang der Woche hatte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Nordrhein seine Mitglieder in einer Mail vor genau dieser Masche gewarnt, und der Portier kannte das Schreiben.
„Oft treten die Täter auch zu zweit auf“, schildert Matthias Johnen vom Dehoga e.V. in Köln: „Einer der beiden begibt sich zur Rezeption, während der andere in genau diesem Augenblick dort anruft und den Mitarbeiter weglockt.“
Polizei rät, den Kassenbereich zu sichern
Im Kölner Fall, so heißt es, blieb der Angestellte ruhig und bestellte telefonisch einen Notarzt und ein Taxi. Als kurz darauf der Taxifahrer die Lobby betrat, ergriff der Täter die Flucht. Konkrete Hinweise auf den Mann gebe es bislang nicht, sagte eine Polizeisprecherin. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.
Der Dehoga-Verband rät den Hotels und ihren Mitarbeitern in einem Warnschreiben dazu, sofort die Polizei zu rufen, sollte der Täter mit dieser Masche auftauchen. Die Polizei empfiehlt den Hotelbetreibern, den Kassenbereich so zu sichern, dass Fremde sich nicht unbemerkt Zutritt verschaffen können.
