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Köln kommt zur RuheIst das Coronavirus schuld an leeren Geschäften und Lokalen?

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Viele Außengastronomien in Köln sind leer – das könnte aber auch an schlechtem Wetter liegen.

Köln – Das Coronavirus ist zurzeit das nahezu einzige Gesprächsthema, und zwar überall. Im Büro. Im Bekanntenkreis. Und auch auf den Straßen. Man muss nur ein bisschen lauschen und hört dann: Corona. Das Virus hat sich in den Alltag der Kölner eingemischt. Stündlich gibt es neue Veranstaltungs-Absagen. Aber was tut man, wenn man etwa in Köln wohnt? Was bedeutet das für den Alltag? Das öffentliche Leben? Ein Überblick.

Die Kölner Innenstadt

Auf den ersten Blick sieht die Schildergasse leerer aus als an vielen anderen Tagen. Da, wo sich sonst viele Menschen drängen, haben Flaneure nun deutlich mehr Platz. Während ein Panflöten-Spieler unermüdlich vor sich hin dudelt, erzählt ein Mann mittleren Alters: „Wir werden alle in unserem Alltag eingeschränkt, wenn Veranstaltungen ausfallen. Ich fahre jetzt nicht mehr so gerne Bahn, weil da alle gedrängt stehen.“

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Vor den Menschen auf der Schildergasse habe er aber keine Angst. Ein anderer Passant sagt: „Das ist alles nur Panikmache. Heute ist es viel leerer als sonst. Die Leute haben Angst.“ Er selber fühle sich in seinem Leben aber nicht eingeschränkt. Er gehe trotzdem an die frische Luft.

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Eine junge Frau sagt, dass sie die Virusgefahr nur betreffe, wenn sie irgendwann einmal dazu aufgefordert werde, ihre Arbeit aus dem Home Office heraus machen zu machen. Ob sie über die Ansteckungsgefahr an öffentlichen Orten wie der Kölner Innenstadt nachdenke? „Nein, eher nicht“, antwortet sie.

Die Geschäfte auf der Schildergasse sind allerdings mehrheitlich dagegen leerer als sonst, die Mitarbeiter verwalten ein Vakuum. Eine Verkäuferin der Modekette H&M ist sich jedoch nicht sicher, ob das am Coronavirus liege. Als die ersten Meldungen dazu kursiert hätten, seien die Kundenfrequenzen zwar geringer geworden. Der Grund für das Fernbleiben der Kundschaft habe damals aber gewiss auch mit der Karnevalszeit zusammengehangen. Im Schuhaus Kämpgen dagegen mutmaßt man, dass die Kunden schlicht deshalb ausblieben, weil es kühl ist und regnet.

Die Gastronomie

Ein Mitarbeiter des Restaurants „Omas Küche“ nahe der Hohe Straße stellt fest: „Hier bei uns, aber auch auf der Hohe Straße, ist es wegen des Coronavirus’ viel leerer als sonst.“ Da die Mieten aber gleich hoch blieben, werde es für die Gastronomen schwer. Auch der Corkonian Irish Pub am Alter Markt ist an diesem Mittag schwach besetzt. Es sitzt nur ein einzelner Gast an der Theke. Die Kellnerin sagt, sie habe durchaus registriert, dass in letzter Zeit weniger Leute in ihr Lokal kämen.

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Leere Tische: Murtaza Karajan vom Retaurant „Slavia“ in der Altstadt

Auch Michele Lauricelli Ninotta von der „Zippiri Gourmetwerkstatt und Wynbar“ macht sich große Sorgen: „Wir verfolgen natürlich sehr intensiv die Entwicklung in Italien. Schon seit Karneval spüren wir deutlich die Absage von Messen und anderen Großveranstaltungen.“ Sämtliche Buchungen seien storniert, die Gäste blieben weg. „Zum Glück haben wir treue Stammgäste.“

Die Verbände

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat schon jetzt bei Gastronomen, Hoteliers und Caterern einen durchschnittlichen Rückgang des Umsatzes von etwa 33 Prozent ausgemacht. In Köln seien wegen der abgesagten Messen die Rückgänge besonders deutlich zu spüren. In Köln seien wegen der abgesagten Messen die Rückgänge besonders drastisch.

Ursprünglich hätten sie sich nur im Geschäftstourismus bemerkbar gemacht „Inzwischen ist die zukünftige Entwicklung aber total unsicher“, so Thorsten Hellwig von der Dehoga. Auch der Einzelhandel muss laut Handelsverband NRW in den Großstädten, darunter sei eben auch Köln, „erhebliche Frequenzverluste“ hinnehmen. Und so wird die Stadt auch in den nächsten Tagen mutmaßlich leer und ruhig bleiben.