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Kölner Konzertreihe fällt ausKeine „Weltstars auf dem Roncalliplatz“ im Sommer 2026

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Das Konzert von Faithless auf dem Roncalliplatz im Juli 2025.

Das Konzert von Faithless auf dem Roncalliplatz im Juli 2025.

Die Stadt Köln wollte anderen Veranstaltern die Möglichkeit geben, Konzerte auf dem Roncalliplatz auszurichten. Der Konzertkalender am Dom ist im Sommer aber noch immer leer.

An Künstlern, die in diesem Sommer auf dem Roncalliplatz auftreten sollten, hätte es auch in diesem Jahr nicht gemangelt. Gerne hätte Konzertveranstalter Ernst-Ludwig Hartz seine Konzertreihe „Weltstars auf dem Roncalliplatz“ in diesem Jahr fortgesetzt. Außerdem wollte Hartz ein weiteres Konzert im Rahmen der Gamescom veranstalten. Die Rocker von Fury in the Slaughterhouse standen für den 26. August schon bereit. 

Das Problem dabei: Sowohl die Konzertreihe als auch das zusätzliche Konzert wird Hartz in diesem Sommer nicht auf dem Roncalliplatz ausrichten können. „Die Stadt hat uns keine Termine zur Verfügung gestellt“, sagt er. Was genau hinter dieser Entscheidung steckt, kann sich Hartz nicht erklären. Es gebe andere Veranstalter, die auch mal den prominenten Platz bespielen wollten, habe ihm die Stadt mitgeteilt. Das erscheint nachvollziehbar, schließlich ist die Zahl der Veranstaltungen im Jahresverlauf dort streng limitiert. Doch mit Blick auf den Kölner Konzertsommer fällt auf: Spannende Open-Air-Konzerte stehen in den kommenden Monaten so einige an. Auf dem Roncalliplatz findet davon nach aktuellem Stand allerdings kein einziges statt.

Die Stadt bestätigt auf Anfrage die Ablehnung der Konzertreihe „aufgrund der zur fraglichen Zeit absehbaren Terminkollisionen mit anderen Nutzungen/Veranstaltungen“. Parallel dazu gebe es für die Veranstalter statische Herausforderungen, „die sich aus dem Zustand beziehungsweise der Sanierung der Tiefgarage für Veranstaltungen auf der Platzfläche“ ergeben. Ein Gutachterbüro hätte mögliche Auf- und Abbauarbeiten begleitet. Konkret hätte es in diesem Jahr auch keine Zustimmung für den Tribünenstandort gegeben, der für die „Weltstars“-Serie zuletzt gewählt wurde.

Veranstaltungen auf dem Roncalliplatz: Besondere Vorgaben für Auf- und Abbau

Wie berichtet, gelten die Einschränkungen auf dem Roncalliplatz wie auch beim Weihnachtsmarkt nicht für eine bestimmte Personenanzahl. Betroffen sind vor allem Fahrzeuge, etwa für den Aufbau von Veranstaltungen. Für jeden Bereich der Tiefgarage unter dem Roncalliplatz gelten demnach Vorschriften, welche Last auf dem Platz darüber erlaubt ist. Bis Herbst 2026 will die Stadt für 4,1 Millionen Euro die größten Schäden der Dom-Tiefgarage ausbessern.

Einer der Veranstalter, der auf dem Roncalliplatz gerne wieder Konzerte ausrichten würde, ist Micki Pick. Der erfahrene Konzertveranstalter kennt den Roncalliplatz gut. Zuletzt richtete er 2022 dort das 50-jährige Jubiläum der Bläck Fööss aus. Auch internationale und nationale Superstars wie R.E.M., The Commodores, Kool and the Gang, Gentleman oder die Söhne Mannheims brachte er dort schon auf die Bühne. 

Die Zuschauer beim Konzert von Patti Smith im Juli 2025.

Die Zuschauer beim Konzert von Patti Smith im Juli 2025.

Auch für dieses Jahr hatte Pick auf dem Roncalliplatz Pläne für drei Termine im Juni. Ein Klassik-Konzert mit dem Gürzenich-Orchester und der Pianistin Katia Buniatishvili, eine Comedy-Veranstaltung in Kooperation mit der TV-Produktionsfirma Brainpool und ein Konzert des griechischen Superstars Konstantinos Argiros. Die Auflagen seien kein Problem für ihn gewesen, auch ohne die Tribüne wäre er ausgekommen, sagt er. Die Termine hatte die Stadt bereits bestätigt. Weil die finale Zusage der Stadt aber lange auf sich warten ließ, habe er seine Pläne zurückgezogen. „Weil Veranstalter für solche Konzerte einen gewissen Vorlauf für den Kartenverkauf benötigen, wäre es wichtig, eine langfristige Planung für den Roncalliplatz anzustreben“, sagt Pick. Der Roncalliplatz sei ein einzigartiger Ort. „Wenn dort Konzerte stattfinden, dann ist das ein Mehrwert für die ganze Stadt.“ Für 2027 arbeitet Pick an einem neuen Anlauf. Die Anträge seien eingereicht, es gebe bereits positive Gespräche, sagt er. Auch die Stadt teilt auf Anfrage mit, sie sei generell daran interessiert, dass künftig Konzerte auf dem Roncalliplatz stattfinden.

Ein Hoffnungsschimmer für den Kölner Konzertsommer

Einen Hoffnungsschimmer gibt es aber auch in diesem Sommer noch. Der Stadt liegt eine Anfrage einer bekannten Kölner Band für ein Konzert am 6. September auf dem Roncalliplatz vor. Das geht aus einer Beschlussvorlage für die Genehmigung von Veranstaltungen auf den zentralen Plätzen der Innenstadt hervor, die bereits im März dem Ausschuss für Allgemeine Verwaltung, Rechtsfragen und Vergabe vorgelegt wurde. Laut Informationen dieser Redaktion ist diese Veranstaltung noch nicht vom Tisch. 

Ernst-Ludwig Hartz hofft dagegen auf eine Wiederaufnahme seiner Konzertserie im kommenden Jahr. Die „Weltstars auf dem Roncalliplatz“ gibt es seit 2018, damals gastierten Van Morrison, Patti Smith und Joan Baez am Dom, in den Jahren danach folgten Gastspiele von Chilly Gonzales, Paolo Conte, Tom Jones oder Jethro Tull. „Sehr erfolgreich“, sei die Serie bisher gewesen, sagt Hartz, die Künstler seien begeistert gewesen von der einmaligen Kulisse im Herzen der Stadt.

Baustellen und Konzert-Ende um 22 Uhr

Eine Kulisse, die für Hartz allerdings so einige Herausforderungen mit sich brachte. Etwa die Baustelle des Dom-Hotels auf der einen Seite, die des Römisch-Germanischen Museums auf der anderen. Man könne nie vorausplanen, ob und wo in den kommenden Jahren gebaut werden würde, hatte Hartz im vergangenen Jahr im Rahmen der Aufbauarbeiten gesagt. Dass um 22 Uhr Schluss sein muss, so wie in vielen anderen Open-Air-Spielstätten ebenfalls üblich, daran hätte er sich bereits gewöhnt. 

Das Konzert zum 50-jährigen Bestehen der Bläck Fööss im August 2022.

Das Konzert zum 50-jährigen Bestehen der Bläck Fööss im August 2022.

Am Tag, an dem „Fury in the Slaughterhouse“ in diesem Sommer gerne auf der Bühne vorm Dom aufgetreten wäre, wird die Hannoveraner Band nun gut 30 Kilometer rheinaufwärts rocken. Mit dem „Kunstrasen“ hat sich in der Bonner Rheinaue nach dem holprigen Start 2012 mit Beschwerden und Klagen längst eine etablierte Open-Air-Spielstätte entwickelt. Eine, die auch Kölner Konzertbesucher anlockt und auf die so manch einer in der benachbarten Rheinmetropole neidisch werden könnte. 25 Konzerte mit bis zu 10.000 Zuschauern stehen dort im Juli und August auf dem Plan. Die Bandbreite reicht von Roland Kaiser bis Nick Cave, von The Bosshoss bis ZAZ, von Wincent Weiss bis Roxette. „Die Künstler haben im Sommer viele Möglichkeiten“, sagt Hartz, der einen Großteil der „Kunstrasen“-Konzerte veranstaltet. „Viele von ihnen kommen aber immer wieder gerne nach Bonn.“