Der Kölner Ernst Simons musste 1935 selbst die Schule abbrechen und vor den Nationalsozialisten fliehen. Später kam er als Lehrer zurück und setzte sich für die christlich-jüdische Zusammenarbeit ein.
Jüdischer Pädagoge aus KölnGesamtschule Weidenpesch ist in Erinnerung an Ernst Simons umbenannt worden

Der Gründungsjahrgang der Gesamtschule in Weidenpesch im Sommer 2025.
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Die Kölner Gesamtschule Weidenpesch ist in Ernst-Simons-Gesamtschule umbenannt worden. Das hat der Schulausschuss des Stadtrats in seiner Sitzung am Montag auf Wunsch der Schulkonferenz hin entschieden. Damit erinnert wieder eine Schule in Köln an den jüdischen Pädagogen aus Köln.
Ernst Simons wurde 1909 in Köln geboren als Sohn des letzten Rabbiners von Deutz. 1935 musste er als Jude die Schule verlassen, in den Niederlanden wurde er Lehrer, musste aber ab 1943 bis zur Befreiung des Konzentrationslagers 1945 nach Bergen-Belsen. Über die USA kehrte Simons 1952 zurück nach Köln, wo er ein jüdisches Kinderheim gründete, Realschulleiter in Müngersdorf wurde und in der Bezirksregierung als Dezernent arbeitete. Er ist Mitbegründer der „Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit“. 2006 starb Simons.
Bis 2024 trug die Realschule in Müngersdorf den Namen ihres ehemaligen Leiters. Doch sie ging in die Gesamtschule Lindenthal auf, deren Schulkonferenz die Bitte geäußert hatte, den Namen trotz einer Petition aus der Bürgerschaft nicht fortführen zu wollen. Sie setzt einen Schwerpunkt auf den Sport. Im Schulausschuss respektierten die Politiker den Wunsch der Gesamtschule Lindenthal, äußern jetzt aber fraktionsübergreifend große Freude, dass mit der Gesamtschule in Weidenpesch weiterhin eine Kölner Schule an Simons erinnert. In der Sitzung am Dienstag war auch Abraham Lehrer, Vorsitzender der Synagogen-Gemeinde Köln, anwesend.
Die im Vorjahr gegründete Gesamtschule Weidenpesch setzt ohnehin schon einen Schwerpunkt auf die „Holocaust Education“, die detaillierte Auseinandersetzung mit der systematischen Vernichtung der Juden im NS-Staat. Schulleiter Patrick Werneburg hatte 2014 zum Programm eine Fortbildung im israelischen Yad Vashem absolviert. (juh)

