Ein Tierheim außerhalb Kölns wird zur rettenden Zuflucht für die Großmarkt-Katzen – ohne Hilfe der Stadt, aber dank vieler Spenden.
Meilenstein für TierschutzStraßenkatzen vom Kölner Großmarkt ziehen um – Fremdes Tierheim hilft

Mindestens 150 Katzen leben auf dem Großmarktgelände in Raderberg, die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich wesentlich höher. (Archivbild)
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Die über 150 Straßenkatzen vom Kölner Großmarkt haben endlich eine Perspektive – und das ganz ohne Unterstützung der Stadt. Ehrenamtliche haben nach monatelanger Suche eigene Räume gefunden, um dort Quarantänestationen aufzubauen. Dabei hilft ein Tierheim außerhalb Kölns, das die Räume vermietet. Zum „Schutz der Tiere“ werde der genaue Ort nicht genannt.
Der Hintergrund: Über Jahre hatte sich auf dem Großmarkt-Gelände in Raderberg eine unkontrollierte Katzenpopulation entwickelt. Einst waren die Tiere als natürliche Schädlingsbekämpfer von Händlern eingesetzt worden, doch dann vermehrten sie sich weiter. Ehrenamtliche versorgten sie mit Futter und sorgten für Kastrationen. Nun soll der Großmarkt zum 31. Dezember abgerissen werden. Was mit den Katzen – teils extrem scheu, krank, alt – geschehen sollte, blieb lange ungeklärt.
Medizinische Versorgung an erster Stelle – Zukunft hängt von Spenden ab
Deshalb hatten Katzenfreunde die Initiative „Großmarkt Katzen Köln“ zur Rettung der Tiere ins Leben gerufen. Die Vereine „Katzenschutzbund Köln“ und „Straßenkatzen Köln“ arbeiteten dabei zusammen. Gespräche mit der Stadt, auf deren Gelände die Tiere leben, führten trotz Petition ins Nichts, auch als sich die Tierschutzorganisation Peta einschaltete. Weder auf Räume oder ein Gebäude noch auf Geld können die Ehrenamtlichen hoffen. Und die Tierheime der Stadt sind voll.
Während das unbekannte Tierheim außerhalb Kölns jetzt seine Räume zur Verfügung stellt, organisiert und finanziert der Verein die Betreuung der Katzen vollständig selbst – dank Spenden. In der Quarantänestation werden die Tiere jetzt zunächst medizinisch versorgt, auf ansteckende Krankheiten getestet, kastriert und bei Bedarf behandelt. Zutrauliche Tiere übergeben die Ehrenamtlichen dann an Tierschutzvereine, scheue Katzen vermitteln sie an Auswilderungsstellen.
20 Katzen seien bereits in Sicherheit, darunter ein hochträchtiges Muttertier, das mittlerweile fünf Kitten bekommen habe. Einige Quarantäneboxen stellte das Tierheim Dellbrück zur Verfügung – für den großen Bedarf reiche das jedoch nicht aus. Parallel dazu sichert der Verein auf dem Großmarkt weiterhin Futterstellen und bringt nach und nach weitere Katzen in Sicherheit. Keine Katze soll zurückgelassen werden. (sbo)