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Förderplan vorgestellt4,4 Millionen Euro für Kölns Kinder und Jugendliche

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Jugendzentren sind für Kinder und Jugendliche in Köln ein Ort, um Neues auszuprobieren.

Köln – Niederschwellig agieren, Kinderrechte stärken, Chancen ausgleichen, Räume eröffnen, Partizipation ermöglichen – so lauten einige der Ziele, die der Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Köln anstrebt. Der Stadtrat verabschiedete diesen in seiner Sitzung vom 9. November. „Erstmals ist der Kinder- und Jugendförderplan finanziell abgesichert. Das gibt uns Planungssicherheit“, sagte Bildungsdezernent Robert Voigtsberger bei der Vorstellung der Schwerpunkte. 4,4 Millionen Euro sind bis 2025 vorgesehen.

Der Kinder- und Jugendförderplan setze sich für eine chancengerechte und zukunftsfähige Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Köln ein, erklärte Voigtsberger. Zielgruppe seien etwa 144.000 Menschen zwischen sechs und 21 Jahren – das entspreche 13,2 Prozent der Gesamtbevölkerung Kölns. „Gerade jetzt“, in Zeiten der Corona-Pandemie sei es so wichtig, niedrigschwellige Angebote zu machen und zu fördern. Denn diese Zielgruppe leide besonders unter den massiven Corona-Einschränkungen.

Kölner Jugendliche wollen mitbestimmen

Der Kinder- und Jugendförderplan enthält 26 Maßnahmen, nun gelte es diese mit Leben zu füllen, so Voigtsberger. Ermittelt worden seien sie unter Beteiligung der Kinder und Jugendlichen, ihre Wünsche seien mit eingeflossen. Als Grundlage dienten unter anderem Auswertungen der Jugendbefragung 2018 und des „Stadtgespräch Jugend 2020“. Eine wichtige Erkenntnis sei die, dass junge Menschen ernsthaft beteiligt werden und mitbestimmen wollen. Dafür soll in den kommenden Jahren ein eigenes digitales Tool entwickelt werden.

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„Künftige Angebote sollen inklusiver, diverser und interkultureller sein und auch die unterschiedlichen sexuellen und geschlechtlichen Orientierungen berücksichtigen“, sagte Jürgen Piger, Leiter des Jugendzentrum „anyway“. Die Vorstellung des Förderplans fand nicht ohne Grund dort statt: Die Einrichtung fungiert bereits seit 1998 als Anlaufstelle für lesbische, schwule, bisexuelle, queere, trans- und intersexuelle Jugendliche.

Ab 2022 soll eine pädagogische Fachberatungsstelle im „anyway“ angesiedelt sein, um Mitarbeitende anderer Kinder- und Jugendeinrichtungen rund um diesen Themenkomplex zu beraten und fortzubilden. Es könne etwa um so alltagspraktische Dinge wie die Toilettenzuweisung gehen. Denn wenn Jugendliche sich nicht den Kategorien „männlich“ oder „weiblich“ zugehörig fühlen, könnten kreative Lösungen gefragt sein. Im „anyway“ weisen die Toiletten-Türschilder nicht die Geschlechter aus, sondern „sitzen“ oder „stehen“.