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Streit landet vor Kölner GerichtMit Schlagstock auf Kollegen losgegangen

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justitia (1)

Symbolbild

Köln – Mindestens sechs Monate Haft drohten einem 48-jährigen Mann, als er sich am Montag vor dem Amtsgericht für den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung verantworten musste. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hielt ihm vor, an einem Tag im September 2018 sei er mit einem Schlagstock auf einen anderen Mann losgegangen und habe ihn verletzt. Der Angeklagte bemühte sich, das Geschehen herunterzuspielen.

Jener Mann, damals im selben Sicherheitsunternehmen beschäftigt wie er selbst, habe ihm seine Stellung in der Firma geneidet, darüber seien sie in Streit geraten. Sein Gegner habe schließlich „mit Thermosflaschen nach mir geworfen“, deshalb sei er zu seinem Auto gelaufen und habe einen „Plastikknüppel“ herausgeholt. Vielleicht zweimal habe er zugelangt, jedoch bei weitem nicht so heftig, wie es sich in der Anklage darstelle, schließlich habe der angeblich verletzte Mann gleich danach weiterarbeiten können.

Zeuge mauert

Täter und Opfer sind weitläufig miteinander verwandt. Wohl deshalb wollte der Mann, der zunächst Anzeige erstattet hatte, vor Gericht nun nichts mehr von dem Vorfall wissen. Sein Gedächtnis spiele ihm einen Streich, sagte er. Als Grund gab er an, in letzter Zeit seien einige Mitglieder der Großfamilie gestorben; das habe ihn derart mitgenommen, dass es die Erinnerung an den Tag gelöscht habe.

Dass der Zeuge bemüht war zu mauern, nutzte dem Angeklagten wenig, denn der hatte vorher zu viel eingeräumt. Daran anknüpfend, entlockte die Amtsrichterin dem Zeugen doch die eine oder andere „Erinnerung“. Trotzdem kam der Angeklagte um eine Verurteilung herum. Die Richterin stellte das Verfahren gegen die Auflage ein, dass er 500 Euro zahlen muss. Für den mittlerweile arbeitslosen Mann, der vier Kinder hat, ist das ein erheblicher Betrag. (cs)