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Antrag auf NaturdenkmalAcht Meter hoher echter Lorbeerbaum im Vringsveedel soll gewürdigt werden

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Im Hof eines Hauses in der Buschgasse im Vringsveedel wächst ein ungewöhnlicher Baum – ein acht Meter hoher, 35 Jahre alter echter Lorbeer.

Im Hof eines Hauses in der Buschgasse im Vringsveedel wächst ein ungewöhnlicher Baum – ein acht Meter hoher, 35 Jahre alter echter Lorbeer.

Im Hinterhof eines Hauses in der Buschgasse steht ein rund acht Meter hoher Echter Lorbeer. Er soll als Naturdenkmal anerkannt werden.

Wer durch die Buschgasse geht, ahnt nicht, dass sich hinter einem Tor ein Baum verbirgt, den man in dieser Größe in Deutschland nur selten findet. Rund acht Meter hoch ragt dort ein Echter Lorbeer (Laurus nobilis) in den Himmel – kein Kübelgewächs, sondern ein frei wachsender Baum im Hinterhof.

Wolfgang Knorr kennt seine Geschichte genau. Der 70-Jährige kaufte das Haus in der Buschgasse vor Jahrzehnten und pflanzte den Lorbeer vor rund 35 Jahren. „Das war keine bewusste Wahl, ich hatte das junge und kleine Bäumchen geschenkt bekommen. Aber ich dachte mir schon: Das ist etwas Besonderes“, erzählt er. Den würzigen Duft der Blätter mochte er von Anfang an. Außerdem hoffte er, dass dieser Ratten, Mäuse und anderes Ungeziefer fernhalten würde.

Viel Aufmerksamkeit brauchte der Baum offenbar nicht. Obwohl er im Hinterhof nur wenig Platz hat, entwickelte er sich prächtig. „Ich habe ihn nie geschnitten, nie gegossen und nie geerntet“, sagt Knorr. Dabei sind die aromatischen Blätter als Gewürz durchaus begehrt.

Antrag auf Naturdenkmal

Erst Jahre später beschäftigte sich Knorr intensiver mit der Pflanze und stellte fest, wie ungewöhnlich ein so großer frei wachsender Lorbeer in Deutschland ist. Deshalb schlug er beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland vor, den Baum als Naturdenkmal auszuweisen. Mit der Aufnahme in die Naturdenkmalliste geht die Verantwortung für Maßnahmen zum langfristigen Erhalt eines Baumes auf die Stadt Köln über. „Darum geht es mir aber nicht, sondern um die Würdigung dieses besonderen Baumes“, betont er.

Auf Nachfrage dieser Zeitung und nach Sichtung mehrerer Fotos bestätigt Professor Maximilian Weigend, Botaniker und Leiter der Botanischen Gärten der Universität Bonn, dass es sich tatsächlich um einen echten Lorbeer handelt. „Dieses Exemplar ist besonders schön als Baum gewachsen. Meistens wird der Lorbeer mit mehreren Stecklingen in einem Topf vermehrt und wächst dann als Strauch. Es ist ein ungewöhnlich kapitales und schön gewachsenes Exemplar“, sagt er.

Dass der Baum im Vringsveedel so gut gedeiht, dürfte mehrere Gründe haben. Der Echte Lorbeer stammt aus dem Mittelmeerraum, gilt hierzulande als nur bedingt frosthart und wird meist als Kübelpflanze gehalten. „Geholfen hat hier sicher die Innenstadtlage“, sagt Weigend. Die geschützte Lage der schmalen Buschgasse, die wärmespeichernde historische Bebauung und das milde Innenstadtklima schaffen Bedingungen, unter denen mediterrane Pflanzen auch dauerhaft im Freiland überleben können.

Für Knorr ist der Lorbeer längst mehr als eine botanische Besonderheit. Sein Haus stammt aus dem Jahr 1889, im Hinterhof wächst der Baum, und von seinem Grundstück aus fällt der Blick auf die Kranhäuser. „Da hat man Geschichte, Moderne und Natur in einem Bild“, sagt er stolz.