Die Kölnerin Stella Veinoglou ist Schauspielerin, Tänzerin, Choreografin, Philosophin, Fotografin, Autorin und nun erstmals auch Regisseurin.
Athenerin in KölnStella Veinoglou lebt ihren Traum vom Theater

Stella Veinoglou spielt in jedem Stück die Rolle ihres Lebens.
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„Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen“, schreibt Albert Camus in seiner absurden Betrachtung „Der Mythos des Sisyphos“. Den Göttern für seine Klugheit ein Dorn im Auge (er überlistete gar den Tod) wurde der König von Korinth dazu verurteilt, einen Fels auf einen Berggipfel zu wälzen. Kurz vor dem Ziel stürzt das Gestein wieder ins Tal und die Strapaze beginnt erneut. Camus gelingt mit seinem philosophischen Essay ein leuchtendes Gleichnis für den freien Willen, der durchs Leben zu tragen ist, auch wenn die Last schwer wiegt.
Schauspielausbildung in Köln und an der City Academy in London
Sisyphos trotzt nicht nur den Mächtigen, indem er das Urteil annimmt, er findet zudem Ruhe und Frieden beim Abstieg. Die legendäre Gestalt aus der griechischen Sagenwelt ist nicht alleine: Man muss sich Stella Veinoglou sogar als sehr glücklichen Menschen vorstellen. Die gebürtige Athenerin kam vor elf Jahren nach Köln, um den mütterlichen Zweig ihrer Familie kennenzulernen. „Damals hatte ich keine Richtung in meinem Leben. Ich wusste nicht, wohin es mit mir gehen sollte“, erinnert sich die heute 34‑Jährige. In der Stadt erregte ein kunstvoll gestaltetes Plakat ihre Aufmerksamkeit.
Ein Freund übersetzte für sie: „Schauspieler gesucht“. „Das traf mich wie ein Schlag, denn ich wollte schon seit meiner Kindheit nichts anderes, als auf der Bühne zu stehen. Aber ich verwarf den Gedanken sofort wieder, weil ich keine Voraussetzungen für den Beruf hatte“, berichtet Veinoglou. Ihr Begleiter ermutigte sie, es dennoch zu versuchen und parallel zur Ausbildung Sprachkurse an der Volkshochschule zu belegen. Die Rückreise nach Griechenland erfolgte kurz darauf lediglich, um größere Koffer zu packen. An der Theaterakademie Köln, der Arturo Schauspielschule sowie der City Academy London erwarb sich die Auswanderin schließlich das Fundament für eine Karriere in den darstellenden Künsten.
Ich bin heute mehr Kind als je zuvor, weil ich es früher so eilig hatte, erwachsen zu werden.
Neben Auftritten für das Deutsch-Griechische Theater (DGT) in „Iphigenie in Trauerland“ und in der Casamax-Produktion „Kawumm!“, diversen Rollen im Ensemble der „Freakademy“ sowie als Aktrice der Reihe „Kriminal Dinner“ trat die Wahlkölnerin als Tänzerin, Sprecherin sowie in einem Werbespot für Wohndesign in Erscheinung. Darüber hinaus betätigt sich Veinoglou als Fotografin, ist in der Funktion einer Choreografin mit der Inszenierung des Musicals „wunschlos“ beschäftigt. Daneben philosophiert sie als Griechin in Deutschland auf ihrem YouTube-Kanal („Stella in Germany“) und arbeitet ferner an einem Buch, das wiederum Grundlage für ein Theaterstück werden soll. Eine Lücke in der Vita schloss die „nicht bekehrbare Optimistin“ mit der Premiere als Regisseurin.

Mit „Marthas Rakete“ fliegen Kinder im Horizont Theater zu den Sternen.
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Am Horizont Theater startete unlängst das Kinderstück „Marthas Mondfahrt“. Darin schickt Veinoglou ihre Darstellerinnen und Darsteller auf eine Abenteuer-Reise Richtung Sternschnuppen. Die Chance zur Regie ergab sich aus einem Besuch an der Spielstätte: „Ich war zufällig vor Ort, um eine Freundin zu treffen. Da erfuhr ich von dem Gesuch. ‚Ich mach das!‘, war meine spontane Reaktion. Diese Frechheit oder vielleicht auch der Mut haben wohl überzeugt“, erzählt die einstige Psychologie-Studentin, für die Liebe, Leidenschaft und Empathie die wichtigsten Faktoren in Bezug auf ihre Arbeiten sind. „Ich bin heute mehr Kind als je zuvor, weil ich es früher in schwierigen Phasen so eilig hatte, erwachsen zu werden“, wendet sich Stella Veinoglou fasziniert vom Leben gegenwärtig und zukünftig nur noch der Zeitlosigkeit zu.
„Marthas Mondfahrt“, Horizont Theater, Thürmchenswall 25, Stück von Kristina Kühne, Regie: Stella Veinoglou, Mit: Celine Kallenbach, Mikail Gürbüz, Pia Heldmann, Vanessa Berfin Goll, ab 5 Jahren, Spieldauer: ca. 50 Minuten, 27. September 14 Uhr, 24. Oktober 16 Uhr, 31. Oktober 14 Uhr, 28. November 16 Uhr, 11./20. Dezember 16 Uhr, 27./28. Dezember 14 Uhr, Tickets: 10 Euro, Kartentelefon: 0221 / 131604, www.horizont-theater.de, „Und raus bist du“, Kriminal Dinner, 17. November 19 Uhr, Früh – Em Jan von Werth, Christophstraße 44