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Ausstellung im Belgischen ViertelGenerationswechsel im Museum

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Jantina Lipphardt (l.) und Pola Bergmann mit Pudel Lotti

Innenstadt – Lotti ist noch nicht so ganz an die vielen fremden Menschen gewöhnt. Die schwarze Pudelhündin bellt empört, wenn sich die Tür zum Museum öffnet und wieder einer dieser Besucher im Rahmen steht. Pola Bergmann schnappt sich ihren Hund dann und klemmt ihn unter den Arm. Ob Lotti will oder nicht, sie gehört ins Museum für verwandte Kunst im Belgischen Viertel.

Nachdem Katrin Bergmann das Museum nach zehn Jahren aufgegeben hat, ist ihre Tochter Pola (31) nun die Leiterin – sie führt das Museum in der Genter Straße gemeinsam mit Jantina Lipphardt (26). „Wir kennen uns schon lange, haben zusammen Architektur studiert“, sagt Pola Bergmann. „Wir haben bereits an der Fachhochschule gemerkt, wie gut wir zusammen arbeiten können.“

Um die langjährigen Fans des kleinen Museums nicht zu verschrecken, wollen die beiden erst einmal „heimlich, still und leise weiterführen“, was Katrin Bergmann aufgebaut hat. „In ein paar Monaten werden wir unsere Vorstellungen verstärkt einfließen lassen“, sagt Pola Bergmann. Die beiden Künstlerinnen wollen ihre Umgebung einbeziehen und Plätze des Belgischen Viertels in Kunst-Orte verwandeln – passend zu den Themen der aktuellen Ausstellungen. Die riesige Werkstatt im Keller soll eine Art offenes Atelier werden, eine Werkstätte für junge Künstler, die dort arbeiten und sich austauschen können. „Uns hat während des Studiums immer der realistische Bezug gefehlt“, sagt Jantina Lipphardt.

Doch nicht nur junge Künstler sind im Museum für verwandte Kunst willkommen. „Es wäre ja total langweilig, wenn wir nicht auch mit älteren Künstlern arbeiten würden“, sagt Pola Bergmann. Der Generationenwechsel hat in der Tat zunächst ein wenig Angst ausgelöst bei den Kölner Künstlern, deren Werke Katrin Bergmann in ihren Ausstellungen gezeigt hat. „Völlig unbegründet“, sagt Pola Bergmann.

„Licht“ heißt die erste Ausstellung des neuen Teams. An der Wand hängen „Light Pillows“ der Designerin Victoria Gómez – Kissen, die wie Wolken wirken, warm schimmernd und aus synthetischem Papier. Pola Bergmann zeigt ihre Lichtkästen aus altem Holz. „Dein Lächeln flattert im Wind, ein blütenweißes Laken vor blauem Kinderhimmel“, steht auf einem. Die Gedichtzeilen auf den Kästen hat Polas Vater Franz Bergmann geschrieben.

Und Katrin Bergmann? Die lebt jetzt in der Eifel und spaziert durch den Wald. Sie hat sich „tierisch darüber gefreut“, dass ihre Tochter ihr kleines Museum nun weiterführt.

Die Ausstellung „Licht“ im Museum für verwandte Kunst, Genter Straße 6, dauert bis 31. Juli. Öffnungszeiten: Do. bis So., 15 bis 18.30 Uhr