Die Stadt Köln teilte mit, das Vergabeverfahren werde „fortgeführt“. Doch klar ist: Es bleibt nur noch ein Bewerber übrig, und das ist Wilfried Hoffmann.
Vergabestreit in KölnDeutzer Kirmes findet diesen Herbst voraussichtlich wieder statt

Zuletzt fand die Kirmes auf der Deutzer Werft im Herbst 2024 statt.
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Die Kirmes auf der Deutzer Werft wird diesen Herbst voraussichtlich wieder stattfinden und von Wilfried Hoffmann ausgerichtet. Eigentlich bauten die Schausteller dort seit mehr als fünf Jahrzehnten jeweils zu Ostern und im Herbst ihre Losbuden, Achterbahnen und Autoscooter auf. Doch die letzten drei Volksfeste fielen wegen eines Streits um die Vergabe aus.
Das Vergabeverfahren der Stadt Köln für die Kirmessen 2025 bis 2029 hatte zunächst die Gemeinschaft Kölner Schausteller (GKS) gewonnen, das war im Frühjahr 2025. Doch das Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG) hatte Anfang dieses Monats entschieden, die GKS als Bewerber auszuschließen (wir berichteten).
Die Stadt teilte nun mit, das Vergabeverfahren werde „unter Beachtung der Hinweise des OLG fortgeführt“. Da es nur noch einen weiteren Bewerber – Wilfried Hoffmann – gegeben hat, ist nun mit einem Zuschlag für ihn zu rechnen. Auch wenn die Stadt selbst lediglich weiter mitteilte, sie werde die Öffentlichkeit nach Abschluss des Verfahrens über „das Ergebnis“ informieren. Sollte Wilfried Hoffmann den Zuschlag bald bekommen, findet die Kirmes diesen Herbst wieder statt, bestätigte seine Anwältin Stefanie Beyer am Donnerstag.
Schausteller fordern Deutzer Herbstkirmes – egal, wer sie ausrichtet
31 Schausteller forderten diese Woche in einem offenen Brief von der Stadt, die Kirmes im Herbst in jedem Fall stattfinden zu lassen. Sie sei „überlebenswichtig“ wegen der ausgebliebenen Einnahmen der vorigen Jahre. Verfasser ist der Kölner Schausteller Ingo, der seinen Nachnamen nicht in der Zeitung lesen will. Er sagt: „Wer die Kirmes ausrichtet, ist am Ende irrelevant, Hauptsache die Schausteller werden wieder versorgt.“
Statt das Verfahren fortzuführen, hätte die Stadt es auch wiederholen können – dann wäre es mit der Herbstkirmes jedoch knapp geworden.
Die zuständige Richterin am OLG hatte auch das Vorgehen der Stadt beim Auswahlprozess kritisiert. Etwa schickte sie 15 statt im Vorhinein angekündigter elf Mitglieder in die Findungskommission. Ausschlaggebend für das weitere Vorgehen waren letztendlich aber nicht die Fehler der Stadt, sondern der Ausschluss der GKS als einer der beiden Bewerber.
Grund dafür ist eine Sprachnachricht von GKS-Vorstandsmitglied Otto Weber aus dem Januar 2024 an andere Schausteller, die nach Auffassung des Gerichts als Boykottaufruf der Kirmes unter Ausrichtung von Wilfried Hoffmann verstanden werden kann. Das stellt einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht dar. Die GKS-Aufsichtsratsvorsitzende Tanja Hoffmann wollte sich auf Anfrage nicht äußern.
