Innenstadt – Etwa eine halbe Stunde mussten sich die gut 100 Fünftklässler gedulden. Mehrfach erklärten ihnen die Redner, dass die neue Gesamtschule eine Schule für alle ist, egal welche Hautfarbe sie haben, welcher Religion sie angehören und wie schnell sie lernen. „Bislang waren wir ein Versprechen. Heute werden wir eine Schule“, kündigte Direktor Frank Görgens an. Dann waren die Reden zur Eröffnung der Integrierten Gesamtschule Innenstadt (Igis) gehalten und die Lehrer übernahmen die Bühne in der Turnhalle, wo Eltern, Verwandte und Freunde der Schüler zusammen gekommen waren. Das Kollegium bewies eindrucksvoll, dass für sie eine große Portion Humor zum Schulalltag gehört.
Zusammenarbeit gelobt
Die Gesamtschule teilt sich das Gebäude an der Frankstraße in den nächsten Jahren mit der auslaufenden Konrad-Adenauer-Realschule. „In einer wachsenden Großstadt haben wir nicht die freien Flächen für Neubauten“, sagte Ulrike Heuer vom städtischen Schulverwaltungsamt am Eröffnungstag. Wenngleich Görgens die Zusammenarbeit mit dem Schulamt lobte – die Arbeitsbedingungen sind verbesserungswürdig. Vor allem die Fachräume befinden sich in teilweise beklagenswertem Zustand. Viele Eltern ließen sich davon nicht beeindrucken. Für 108 Plätze in vier fünften Klassen erhielt die Schule 137 Anmeldungen. Das inklusive Konzept der Einrichtung mit Abitur nach 13 Schuljahren und bilingualem Zweig wog offenbar schwerer als bauliche Mängel. Längeres gemeinsames Lernen in „angstfreier Atmosphäre“ nannte Heidi Scheffel von der Bezirksregierung Köln als Ziel. Schulleiter Görgens bedankte sich für das Vertrauen in die Vorbereitung, „auch wenn das Gebäude nicht an jeder Stelle vertrauenswürdig“ sei.
Mit viel Selbstironie präsentierten sich die Lehrer als Fußballmannschaft. Mit einem Handtuch um dem Hals posierten sie einer nach dem anderen. Die Sportlehrerin prahlte, die Luft bis zum Ende der Veranstaltung anhalten zu können. Der Deutschlehrer und zukünftige Leiter der Theater-AG kündigte vorsorglich seinen Abschied in Richtung Hollywood an. Und die Kollegin, die für die Stundenpläne zuständig war, bemerkte leicht zerstreut, dass die wichtigen Unterlagen wohl noch zu Hause lägen. Ein Schulsozialarbeiter und zwei Förderpädagoginnen vervollständigten das 14-köpfige Team.
Freude an der Vorstellung
Eltern und Schüler hatten sichtlich Freude an der Vorstellung. Anschließend verschwanden die Klassenlehrer mit ihren Schützlingen. In den neu hergerichteten Räumen verteilten sie die Stundenpläne, wenngleich es zunächst wichtiger war als Mathe und Deutsch, Freunde zu finden und sich gegenseitig kennenzulernen.
